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HadithHadîth ( pl. Ahadîth Bericht, Tradition, Überlieferung) bezeichnet die Überlieferungen der Aussagen von Mohammed, ferner seiner Taten oder seiner stillschweigenden Billigungen oder Ablehnungen von Handlungen, wenn sie in seiner Gegenwart geschahen. Diese Überlieferungen in ihrer Gesamtheit bilden die Sunna des Propheten. Überlieferungen, in denen Aussprüche und Taten der Gefährten des Propheten erhalten sind, können ebenfalls - wie die Hadithe - richtungsweisend sein. In diesem Fall spricht man nicht vom Hadith sondern vom athar () eig. "Spur", die man hinterläßt. Oft sind aber beide Begriffe austauschbar.
Ein Hadith besteht aus seinem Inhalt (matn) und einer vorangestellten Überliefererkette (isnad). Ein Isnad kann musnad, mursal, muttasil, munqati, mu'dal und mu'allaq sein und hat dabei in der Regel eine Form ähnlich dem Muster "A hörte von B, dem erzählt wurde von C, ..."
Die islamische Hadithwissenschaften teilt Hadithe nach ihrer Gültigkeit in Stufen von sahih - gesund, original, hasan - gut, da'if schwach, von zweifelhafter Authentizität bis maudu - gefälscht ein. Die klassischen Hadithwissenschaften orientieren sich dabei ausschließlich an der Überliefererkette und der Qualität, die den Überlieferungen einzelner Überlieferer zugeschrieben werden.
Ein anderes Kategorisierungsschema ordnet Hadithe nach ihrer Referenz auf eine bestimmte Autorität (qudsi - göttliche Offenbarung, marfu - Ausspruch des Propheten, mauquf und maqtu).
Maßgebliche Hadithsammlungen stammen u.a. von Al-Bukhari († 870), Muslim († 875), Malik Ibn Anas und Ahmad Ibn Hanbal. Es ist allerdings bis heute umstritten, ob der Muwatta von Malik ibn Anas als eine Hadith-Sammlung, oder als ein corpus iuris der medinensischen Rechtsschule zu verstehen sei. Zwar folgt das Werk der Anordnung der klassischen Hadith-Sammlungen der Folgegenerationen, jedoch wird es durch lange Abschnitte rein juristischer Überlieferungen - auch durch die Darstellung von Ra'y (opinio) unterbrochen.
Folgende "sechs Bücher" (al-kutub as-sitta) stellen den klassischen Kanon der Hadith-Samlungen dar:
- die "ganz großen Zwei":
- Al-Bukhari (810-870): Sahih Bukhari, al-Dschami as-sahih ("Die gesunde Sammlung")
- Muslim (817-875): Sahih Muslim, al-Dschami as-sahih ("Die gesunde Sammlung")
- Ibn Madscha (824-887): Kitab as-sunan
- Abu Dawud (817-889): Kitab as-sunan
- At-Tirmidhi (893): al-Dschami as-sahih fi s-sunan
- an-Nasa'i (830-915): Kitab as-sunan
Folgende weiteren Hadith-Sammlungen sind von Bedeutung:
- Malik ibn Anas: al-Muwatta`
- Ahmad Ibn Hanbal: Musnad ibn Hanbal
- Yahia bin Sharaful-Deen An-Nawawi Kitab Al-Arba'in
Siehe auch: Koran, Islam, Liste islamischer Begriffe auf Arabisch, Gemara und Mischna, Heiligen-Legende
Für die Suche nach einem gegebenen Hadith empfiehlt sich die Arbeit mit der Hadith-Konkordanz von A.J.Wensinck, die alle Hadithe der großen sechs Sammlungen sowie einiger kleinerer mit Nachweisstellen auflistet.
Literatur
- Ibn Hadschar al-Asqalani: Sharh Nuhbat al-fikar fi mustalahat ahl al-atar
- Ignaz Goldziher: Über die Entwicklung des Hadith in: Muhammedanische Studien, Bd. II, Halle 1890
- A.J.Wensinck: Concordance et Indices de la tradition musulmane: les Six Livres, le Musnad d'Al-Darimi, le Muwatta` de Malik, le Musnad de Ahmad ibn Hanbal, Leiden 1992 (Reprint) - Fuat Sezgin: Hadith. In GAS I
- John Burton: An Introduction to the Hadith, Edinburgh 1994
Weblinks
- [http://cwis.usc.edu:80/dept/MSA/reference/reference.html Englische Übersetzungen der großen Hadith-Sammlungen bei der «Muslim Students Associaton» der «University of Southern California»]
- [http://hadith.al-islam.com/Bayan/ger/ Deutsche Übersetzungen der großen Hadith-Sammlungen von Al-Bukhari und Muslim]
Kategorie:Islam
ja:ハディース
Mohammed (Prophet)
Mohammed, (, mit vollem Namen Muhammad ibn Abd Allah ibn Abd al-Muttalib ibn Haschim ibn Abd Manaf al-Qurayschi) geb. gegen 571 in Mekka, gest. 632 in Medina ist der Stifter der islamischen Religion und wird von den Muslimen als das Siegel der Propheten angesehen.
Muslime setzen und sprechen hinter den Namen Mohammeds die Eulogie «Gott segne ihn und schenke ihm Heil!» (siehe Islamische Eulogien).
Leben
Es gibt so gut wie keine unabhängigen zeitgenössischen Quellen zu Mohammeds Leben und Wirken; auch der Koran wurde erst etwas zwanzig Jahre nach seinem Tod schriftlich fixiert. Aus Sicht eines Historikers ist also zu bedenken, dass fast alles, was über das Leben des Propheten berichtet wird, aus parteiischen Quellen stammt, die ihn entweder als Verkünder einer göttlichen Wahrheit preisen oder als "Verführer" ablehnen. Die folgende Darstellung folgt im wesentlichen der islamischen Tradition.
Kindheit
Mohammed wurde in der arabischen Stadt Mekka als verarmtes Familienmitglied der Haschemiten aus dem bedeutenden vorherrschenden Stamm der Quraisch (Quraysh) im so genannten Jahr des Elefanten nach dem Tod seines Vaters Abdullah geboren. Viele Muslime feiern Mohammeds Geburtstag - nach dem islamischen Mondkalender - am 12. Rabi' al-Awwal. In westlichen Quellen findet man häufig das Datum 20. April 571. Tatsache bleibt jedoch, daß die genauen Geburts- und Todesdaten unbekannt sind.
Im Alter von sechs Jahren verlor er seine Mutter Amina und wurde dann von seiner Pflegemutter (Halima) betreut, bis diese ebenfalls starb. Anschließend lebte er bei seinem Großvater Abd al-Muttalib. Nach dem Tod seines Großvaters kam Mohammed unter den Schutz seines Onkels Abu Talib (jüngerer Bruder seines Vaters) und seiner Cousins (u. a. Ali bin Abu Talib --> später Kalif).
In jungen Jahren arbeitete er als Schafhirte, später nahm er angeblich an zwei Reisen der Handelskarawanen in den Norden (Syrien) teil. Die ersten Kontakte zu anderen - monotheistischen - Religionsgemeinschaften, Juden und Christen, fanden wohl schon in diesem Zeitraum, vor seiner Berufung zum Propheten, statt. Einer Legende zufolge, die später in der islamischen Prophetenbiographie überliefert wurde, soll er auf einer Handelsreise in den Norden dem Mönch Bahira begegnet sein, der in einer Traumvision Mohammed mit einem Heiligenschein gesehen haben will. Eine andere Variante dieser Legende besagt, daß ein Mönch das Siegel des Prophetentums zwischen Mohammeds Schultern gesehen habe, als sich dieser auf einer Handlungsreise in Syrien befand. Die Berichte über seine Handelsreisen dienen wahrscheinlich als „Rahmengeschichten“ für diese Voraussagen über seine spätere Prophetie.
Mannesalter
Gegen 595 bot ihm seine damalige Arbeitgeberin, die 15 Jahre ältere zweifache Kaufmannswitwe Chadidscha bint Chuwailid (555(?)-619) aus dem angesehenen quraischitischen Geschlecht 'Abd al-'Uzza, die Heirat an. Mit ihrer Hilfe erlangte Mohammed seine finanzielle Unabhängigkeit und soziale Sicherheit, eine Wende in seinem Leben, die in der Sure 93 ihre Spuren hinterließ. Sie war die erste Person, die an Mohammeds Botschaft geglaubt hat; die islamische Geschichtsschreibung betrachtet sie daher als die erste Muslimin in Mekka. Aus ihrer Ehe mit Mohammed ging u.a. seine Tochter Fatima hervor, die als einziges seiner Kinder selbst Nachkommen hatte. Von ihr stammen alle Nachfahren Mohammeds ab. In der Beschreibung der ersten Offenbarungen durch die islamischen Biographen, wie Ibn Ishaq, werden Chadidscha, ferner Ali ibn Abi Talib und Abu Bakr als die ersten Anhänger Mohammeds genannt.
Die mekkanische Periode der Prophetie
Die wichtigsten Quellen über Mohammeds Prophetie sind, neben dem Koran als historische Quelle, die zunächst mündlich dann - gegen Ende des ersten islamischen Jahrhunderts - schriftlich überlieferte Prophetenbiographie, die dann auch in der annalistischen Weltgeschichte (z.B. von at-Tabari) verarbeitet wurde, die alte Poesie und schließlich die Traditionsliteratur (Hadith), in der neben einem gewissen authentischen Kern auch die Vorstellungen der Folgegenerationen über Mohammeds Gestalt zum Ausdruck kommen.
Gegen 610 soll ihm der Erzengel Gabriel (arabisch Dschibril) erschienen sein, der ihm befahl: „Trag vor im Namen deines Herrn, der erschaffen hat, den Menschen aus einem Embryo (Blutklumpen) erschaffen hat! Trag vor...!“ (Anfang der Sure 96). In der Biographie heißt dann dazu, Mohammed habe erwidert: „Ich kann nicht vortragen/rezitieren“. Diese und andere Koranverse in den Suren 93 und 74 stellen die Anfänge der Offenbarungen und somit den Anfang von Mohammeds Prophetie dar. Mohammed wird um jene Zeit zwischen 35-40 Jahre alt gewesen sein; dafür spricht ein Koranvers, in dem er mit den Polytheisten polemisierend sagt:
:::„Wenn Gott gewollt hätte, hätte ich ihn (d.h. den Koran) euch nicht vorgetragen und er hätte euch nicht davon Kenntnis gegeben. Ich habe doch ein Leben lang ('umr) unter euch verweilt, noch ehe er (d.h. der Koran) da war" (Sure 10, Vers 16).
Unter dem hier verwendeten Begriff umr versteht man eine Zeitspanne von 35-40 Jahren. Man geht daher meist davon aus, dass Mohammed um 610 mit seiner Tätigkeit als Prophet begann.
Die ältesten Berichte über die mekkanische Periode der Prophetie, die einen authentischen, historischen Kern haben, die Überlieferungen von al-Zuhrî (gest.742) und von 'Urwa ibn al-Zubair (gest. gegen 712), informieren uns über die Anfänge des Islams in Mekka: die ersten Anhänger waren junge Menschen (ahdâth ar-ridschâl) und sozial schwache (du'afâ' an-nâs). Selbst Mohammed kam aus einem vearmten Zweig der Banu Haschim, eine Tatsache, die auch im Koran ihre Bestätigung findet, wo man die mekkanische Opposition wie folgt sprechen läßt:
::: "Und sie (die mekkanische Opposition) sagten: warum ist dieser Koran nicht auf einen mächtigen Mann von den beiden Städten (d.i. Mekka und Ta'if) herabgesandt worden? Verteilen etwa sie die Barmherzigkeit deines Herrn...?
(Sure 43, Vers 31-32).
Anfangs, bis etwa 614, haben die einflußreichen Vertreter der Quraisch keine Einwände gegen Mohammeds Lehren gehabt, die er sowohl öffentlich als auch insgeheim (sirran) verbreitete. Erst als er den Götzenkult und den Polytheismus der Vorfahren angriff, bildete sich eine starke Opposition gegen Mohammed und seine Anhänger. Dies äußerte sich in einer Reihe von gewalttätigen Übergriffen auf Neukonvertierte, wie auch die Person Muhammads selbst. Im späteren Verlauf der Ereignisse versuchten die Mekkaner den Muslimen durch einen Handelsboykott die Existenzgrundlage zu entziehen. Somit waren die öffentlichen Auftritte Mohammeds in Mekka beendet: er erhielt - nach den arabischen Stammesgesetzen - im Haus des Arqam ibn Abi 'l-Arqam in Mekka Schutz (um 614) und befahl einem Teil seiner Anhänger, nach Abessinien, damals Handelsplatz der Mekkaner, auszuwandern (um 615). Die Historiographie klassifiziert die ersten Muslime der mekkanischen Periode nach diesen Ereignissen: Muslime, die sich vor Mohammeds Einzug in das Haus von Arqam bekehrten, Muslime, die während Mohammeds Aufenthalt in jenem Haus den Islam annahmen und die "Auswanderer" nach Abessinien.
Die Zeit zwischen 616-622 in Mekka ist historisch nur in ihren Konturen rekonstruierbar, denn die überwiegend widersprüchlichen Berichte der ältesten Historiographen nur teilweise mit der angenommenen Chronologie der mekkanischen Offenbarungen in der Koranexegese (tafsir) in Einklang zu bringen sind.Der Inhalt der mekkanischen Suren läßt darauf schließen, daß Mohammed sich zunächst als "Warner" (nadhir - arab. نذير ) seines Volkes verstand, vieles am religiösen status quo in Mekka duldete und einfache, für alle nachvollziehbare religiöse Pflichten einzuführen versuchte:
::: "Mir wird nur eingegeben, daß ich (nur) ein deutlicher Warner sei" (Sure 38, Vers 70).
::: "Selig sind die Gläubigen, die in ihrem Gebet demütig sind, dem Gerede kein Gehör schenken, die Almosensteuer entrichten und sich des Geschlechtsverkehrs enthalten, außer gegenüber ihren Gattinen..." (Sure 23, Vers 1-6).
Sein offenes Auftreten gegen den Götzenkult in Mekka trotz Anerkennung des höchsten Heiligtums auf der Arabischen Halbinsel - al-Ka'aba - , seine gescheiterte Annäherung an die Bewohner der Stadt Ta'if, die Unterdrückung seiner Anhänger in Mekka, nicht zuletzt aber der Tod seines Beschützers Abu Talib und seiner Frau Chadidscha (gegen 619) waren die Gründe für die Aufnahme von Kontakten mit den Bewohnern von Yathrib als Vorbereitungsphase der Hidschra. Einflußreiche Bürger von Yathrib, das später al-Madina (eig. madinat al-nabiy = die Stadt des Propheten)heißen sollte, haben Mohammed und seinen Anhängern nach den damals geltenden Stammesgesetzen Schutz und Sicherheit in Yathrib zugesagt und zwischen 621-622 vertraglich festgelegt. Schon in der Retrospektive wird die Auswanderung nach Yathrib in einigen medinensischen Koranversen geschildert:
::: "Wenn ihr ihm (dem Propheten) keinen Beistand leistet, Gott hat ihm schon (früher) Beistand geleistet, als die Ungläubigen ihn zu zweit (aus Mekka) vertrieben, als die beiden in der Höhle waren und als er (der Prophet)zu seinem Gefährten sagte: 'sei nicht traurig, denn Gott ist mit uns' " (Sure 9, Vers 40).
Dies ist eine klare Anspielung auf die Hidschra Mohammeds mit seinem Gefährten Abu Bakr; Einzelheiten darüber liefert später die Prophetenbiographie. Mohammeds Botschaft in Mekka scheiterte nicht nur an der Übermacht der Polytheisten sondern auch am Verlust einer ausbaufähigen sozialen Basis in einflußreichen Kreisen der Stadt. Seine Ankunft in Quba', in der Nähe von Medina, wird - rückwirkend - auf den 12 Rabi' I. des ersten muslimischen Mondjahres, auf den 24. September 622 datiert.
Die Eingebungen, die Mohammed wahrnahm, waren oft mit körperlichen Beschwerden verbunden. Frösteln und Schaudern sind überliefert. Daher ließ er sich gewöhnlich einen Schleier oder einen Mantel reichen (Koran, Suren 73f). Die Menschen hörten ihn - so in einigen Berichten der Prophetenbiographie und der Hadith -Literatur - dann stöhnen, röcheln aber auch schreien. Danach war er schweißgebadet und litt an Kopfschmerzen. Manchmal sah er auch Engel in Menschengestalt. Die Umsetzung des Gehörten in logische Sätze kostete ihm dann viel Mühe. Der Koran empfiehlt darum dem Propheten, nicht ungeduldig zu werden und „nicht die Zunge zu rühren, um die Artikulation zu beschleunigen“ (Koran, Sure 75,16). Denn er hatte Angst davor - wie darüber die Hadith-Literatur mehrfach berichtet, den Anfang der Offenbarung zu vergessen, bevor diese zu Ende ging.
Die medinensische Periode der Prophetie
Yathrib, nach dem arabischen Sprachgebrauch nunmehr al-Madina, hatte zum Zeitpunkt der Hidschra andere Gesellschaftsstrukturen als Mekka. Die Bevölkerung setzte sich aus rivalisierenden Stämmen und Unterstämmen der Aus und Khazradsch zusammen. Ebenso gab es mehrere jüdischen Sippen, unter ihnen waren die Banu n-Nadir, Qurayza und Qaynuqa' die einflußreichsten. Ferner hatte die Stadt auch Bewohner, die schon vor der Hidschra Muslime geworden waren. Die medinensischen Anhänger nannte man die "Helfer" / "Unterstützer" (al-Ansar). Hinzu kamen die mekkanischen Anhänger Mohammeds, die "Auswanderer" (Muhadschirun). Weitere jüdische Siedlungen gab es nördlich von Medina bei Khaibar.
Schon aus eigenem Interesse war es Mohammeds Aufgabe, alle Stämme und Unterstämme der Aus und Khazradsch, ferner die Juden und die Auswanderer aus Mekka in einer einzigen Gemeinschaft (Umma) zusammenfassen. Hierfür diente der sog. "Vertrag von Medina", der im Wortlaut in der Prophetenbiographie des Ibn Ishaq erhalten ist und dessen Authentizität von der Islamwissenschaft - trotz Datierungsproblemen - nicht angezweifelt wird. Nicht nur allen namentlich angeführten Vertretern von Islam und Judentum stehen die gleichen Rechte und Pflichten zu, sondern auch die Religionen werden anerkannt; die Juden bilden eine Umma mit den Gläubigen (d.h. den Muslimen): „Die Juden haben ihre Religion (din) und die Muslime ihre Religion“. Die Ansar und Muhadschirun genießen untereinander Gleichstellung. Mohammed definiert in diesem Vertrag auch seine Position deutlich: er ist „der Gesandte Gottes“ und „der Prophet“, nennt sich aber auch mit seinem Namen einfach „Mohammed“, der bei Streitigkeiten zu Rat gezogen wird. Hier zeichnen sich die theokratischen Züge der medinensischen Umma ab. Die erwähnten Stämme und Sippen gewähren untereinander Schutz; die Täler um Yathrib sind für alle Vertragspartner heiliges Gebiet. Ausdrücklich ausgeschlossen sind aus dem Vertrag die Polytheisten (al-muschrikun).
Eine konsequente Abgrenzung von den „Schriftbesitzern“ (ahl al-kitâb) ist ursprünglich nicht die Absicht Mohammeds gewesen; denn die im oben erwähnten „Vertrag von Medina“ artikulierte Anerkennung der Religion des Anderen begegnet uns schon in der in Mekka offenbarten Sure 109 ("Die Ungläubigen):
:::Ihr Ungläubigen! Ich verehre nicht, was ihr verehrt (....) ihr habt eure Religion, und ich die meine".
Historisch betrachtet waren die Adressaten in jener Zeit der Prophetie die Polytheisten von Mekka, die Götzendiener, gegen die Mohammed schon in Mekka ins Feld zog. In Medina änderte sich die Situation - zunächst - schlagartig. Mohammed war bestrebt, einiges aus dem Ritual der Juden zu sanktionieren genauso, wie er es verstanden hat, vorislamische Riten in die Wallfahrtszeremonien zu integrieren; in Sure 2,Vers 158 heißt es:
:::as-Safa und al-Marwa gehören zu den Kultsymbolen Gottes...es ist für ihn (den Pilger) keine Sünde, bei ihnen den Umgang zu machen" .
An dieser Stelle tut sich die Koranexegese (tafsir) etwas schwer, denn an den genannten Orten standen in der vorislamischen Zeit zwei Götzen: Isaf und Na'ila, um die man den Umgang (tawaf) zu machen pflegte.
In Medina kam das Fasten am 'Aschurafest der Juden, nach dem islamischen Kalender am 10. Muharram, hinzu; an diesem Tag fastete man, nach dem jüdischen Brauch, von Sonnenuntergang bis zum nächsten Sonnenuntergang und nicht, wie im Ramadan, nur den Tag über. Ob die Verlegung der Gebetsrichtung (qibla) nach Jerusalem auf jüdisches Vorbild zurückgeht, ist indes fraglich, denn auch die Christen der Ostkirche beteten in diese Richtung.
Militärische Aktivitäten (ghazawât) Mohammeds und seiner Anhänger
Die Verbreitung der neuen Religion wurde entscheidend durch die Schwäche der beiden spätantiken Großmächte Ostrom und Persien begünstigt, die in den Jahrhunderten zuvor die Araber politisch und militärisch kontrolliert hatten, nun aber durch jahrzehntelange Kriege gegeneinander abgelenkt und angreifbar waren und die Ereignisse in Arabien erst bemerkten, als es für sie bereits zu spät war.
Die historischen Ereignisse, die politischen Aktivitäten der zunächst kleinen medinensischen Gemeinschaft der Muslime, finden im Koran meist in Form von Anspielungen ihre Bestätigung. Es sind dies die Feldzüge des Propheten gegen die Mekkaner, wie die Schlacht bei Badr im Jahre 624; dazu heißt es inhaltsreich im Koran, Sure 3,123:
::: Gott hat euch doch in Badr zu Sieg verholfen, während ihr ein bescheidener, unscheinbarer Haufe waret...
Über die gegen die Mekkaner verlorene Schlacht bei Uhud im Jahre 625 sind lange moralisch belehrende Verse offenbart worden; in Sure 3, 172 heißt es u.a.:
:::Denen, die, nachdem sie die Schlappe erlitten hatten, auf Gott und den Gesandten hörten, steht – soweit sie rechtschaffen und gottesfürchtig waren – gewaltiger Lohn (im Jenseits) zu...
Die Expedition in den Norden nach Tabuk bis an Südgrenze des byzantinischen Reiches, die unentschieden endete, hat in den oft zitierten Versen der Sure 9 (al-tauba) als Kriegserklärung an die nichtmuslimische Außenwelt ihren Niederschlag gefunden:
::: Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Gott und den jüngsten Tag glauben und nicht verbieten, was Gott und sein Gesandter verboten haben, und nicht der wahren Religion angehören – von denen, die die Schrift erhalten haben – kämpft gegen sie bis sie kleinlaut aus der Hand Tribut entrichten!(Sure 9, 29 mit anschließender Polemik gegen die Juden und Christen).
Im Jahre 6 nach der Auswanderung nach Medina kam es zu den ersten Kontakten Mohammeds mit Vertretern der Quraisch aus Mekka; im März 628 trat der Prophet mit seinen Anhängern die Reise nach Mekka an, um dort die kleine Pilgerfahrt ('umra) zu vollziehen, woran ihn aber die Mekkaner zu hindern wußten und einen bedeutsamen Vertrag mit ihm in der Nähe der Grenzen des heiligen Bezirkes von Mekka, bei al-Hudaibiya, aushandelten. Der Vertrag enthielt fünf wesentliche Punkte: a) Waffenstillstand für zehn, nach anderen Berichten für zwei, Jahre; b) Sicherheit für die Muslime, die in der Zukunft die Pilgerfahrt vollziehen wollen oder sich auf den Handelswegen in den Süden befinden; c) Sicherheitsgarantie Mohammeds für die Quraisch auf ihren Handelswegen in den Norden; d) Auslieferung derjenigen Muslime an die Mekkaner, die ohne Erlaubnis ihrer Schutzpatrone nach Medina fliehen sollten; e) Verzicht auf die kleine Pilgerfahrt im Jahr des Vertragsabschlusses, mit Garantie der Pilgerfahrt im darauf folgenden Jahr.
Durch diesen Vertrag haben die Quraisch von Mekka Mohammed als vollwertigen Verhandlungspartner, allerdings nicht als Propheten anerkannt. Die überlieferte Urkunde trägt den Namen Muhammed b. 'Abdallah und enthält keine islamischen Formeln. Allerdings sorgte die Bereitschaft Mohammeds, alle muslimischen Flüchtlinge nach Medina an die Mekkaner auszuliefern, für Unruhen. Der Rückzug Mohammeds und sein Verzicht, die 'Umra zu vollziehen, war ein weiterer Grund für Unzufriedenheit in den Reihen seiner Anhänger. Die gesamte Sure 48 behandelt diese historischen Ereignisse; hier spricht die Offenbarung von einem klaren Sieg (fath) der Muslime, der nicht nur als Mohammeds diplomatischer Erfolg bei al-Hudaibiya verstanden wird, sondern auch auf die darauf folgende Eroberung der Oase von Khaibar, der Vertreibung der jüdischen Banu al-Nadir (Mai-Juni 628) und der Verteilung der Beute unter den seit al-Hudaibiya unzufriedenen Muslimen Bezug nimmt. Am Ende dieser Sure wird Mohammeds Position klarer als je zuvor formuliert:
::: Mohammed ist der Gesandte Gottes. Und diejenigen, die mit ihm sind, sind den Ungläubigen gegenüber heftig, unter sich aber mitfühlend... (Sure 48,Vers 29).
Die Grundlagen für die Eroberung Mekkas zwei Jahre später sind bereits bei al-Hudaibiya gelegt worden. Den wohlhabenden Juden von Khaibar und ihren arabischen Verbündeten hat Mohammed zwar erlaubt, die von den Muslimen in Besitz genommene Oase weiterhin zu kultivieren, jedoch ist ihnen auferlegt worden, die Hälfte der Ernte den rund 1.600 Muslimen, die an der Expedition beteilgt waren, abzugeben. Mohammeds Anteil war 1/5 der Gesamtbeute. Da die von Mohammed vorgeschriebenen Auflagen, die der politischen und wirtschaftlichen Entmachtung der jüdischen Gruppen in und um Khaibar gleichkam, nicht erfüllt worden sind, kam es zu ihrer endgültigen Vertreibung aus der Region. Die Vertreibung aller Juden aus dem Hidschas (Higaz) war dann eine der zentralen Aufgaben des zweiten Kalifen Umar.
Umar
632 starb Mohammed in den Armen seiner Lieblingsfrau Aischa zu Medina und wurde dort auch begraben; seine Grabstätte ist bis heute erhalten. In den 23 bis 24 Jahren seiner Herrschaft vereinigte er den Großteil der arabischen Halbinsel, welche bis dahin in viele verschiedene räuberische Stämme gespalten und zerstritten war.
Die Eroberungskriege der Muslime im Namen Allahs und Mohammeds gingen auch nach dem Tod ihres prophetischen Heerführers unvermindert weiter: Ihre Reiterkrieger überrannten 635 Syrien, 636 wurden die Perser in den Schlachten von Kadesia und Nehawend geschlagen, 638 war Palästina (Schlacht am Jarmuk) in ihren Händen und 642 Ägypten.
Die Nachfolge Mohammeds
Nach seinem Tod wurde Abu Bakr als erster Kalif von den Muslimen gewählt, deren Reich durch militärische Eroberungen zu diesem Zeitpunkt große Teile der arabischen Halbinsel umfasst.
Siehe auch: Geschichte des Islam
Mohammeds Familie
Nach dem Koran wurde es Mohammed ausdrücklich erlaubt, mehr als die sonst im Islam maximal gestatteten vier Ehen einzugehen. In Sure 33,50 steht: „Prophet! Wir haben dir zur Ehe erlaubt all deine Gattinnen, denen du ihre Morgengabe gegeben hast; was du (Anm.: an Sklavinnen) besitzt, (ein Besitz, der) dir von Gott zugewiesen worden ist; die Töchter deines Onkels und deiner Tanten väterlicherseits und deines Onkels und deiner Tanten mütterlicherseits, die mit dir ausgewandert sind; (weiter) eine gläubige Frau, wenn sie sich dem Propheten schenkt und er sie heiraten will. Das gilt in Sonderheit für dich im Gegensatz zu den (anderen) Gläubigen. Wir wissen wohl, was wir ihnen hinsichtlich ihrer Gattinnen und ihres Besitzes (an Sklavinnen) zur Pflicht gemacht haben."
Einige Frauen heiratete Mohammed als Witwen, um deren Versorgung sicherzustellen; andere Heiraten dienten der Festigung politischer Bindungen und der Verbreitung des Islams. Er hatte zwölf Frauen. Den Überlieferungen nach, waren Aischa und an zweiter Stelle Zainab seine Lieblingsfrauen. Aischa war sieben Jahre alt, als sie mit Mohammed verlobt, und neun Jahre alt, als sie mit ihm verheiratet wurde. Die Heirat mit Aischa und mit der bereits verheirateten Zainab fallen aus dem Rahmen der üblichen Ehen Mohammeds. Die Frauen Mohammeds werden von Muslimen - mit Ausnahme der christlichen Sklavin Maria Mariam - die „Mütter der Gläubigen“ genannt.
Siehe auch: Familie Mohammeds
Mohammed und die Schriftbesitzer
Anfangs stand Mohammed sowohl den Juden als auch den Christen wohlwollend gegenüber und erwartete, dass sie sich ihm anschließen würden. Viele Koranverse bestätigen dagegen, dass die "Schriftbesitzer" (ahl al-kitâb) die Botschaft des arabischen Propheten ablehnten. Diese Koranverse, die man "Provokationsverse ("âyât at-tahaddî") nennt, enthalten sowohl die Einwände der Gegner als auch Mohammeds Antworten. Der entscheidende Vorwurf des Propheten war, Juden und Christen haben ihre Schriften verfälscht,ihre Inhalte abgeändert; somit ist er, Mohammed,der Verkünder der einzig wahren monotheistischen Religion Abrahams.
Nach seinem Selbstverstädnis war Mohammed somit nicht nur der Prophet einer neuen Religion, sondern der Reformator des abrahamschen Monotheismus:
:Und sie (d.h. die Schriftbesitzer) sagen: 'Ihr müsst Juden oder Christen sein, dann seid ihr rechtgeleitet' . Sag: Nein!(es gibt nur) die Religion Abrahams, eines Hanifen - er war kein Heide. (Sure 2, Vers 135).
:Abraham war weder Jude noch Christ. Er war ein Gott ergebener Hanif, und kein Heide. (Sure 3,Vers 67).
In der Moderne gibt díe arabische Ausdrucksweise "musliman hanifan" (arab.مسلما حنيفا ) des letztgenannten Verses Anlaß zu kontroverser Auslegung, und man übersetzt die Stelle mit "Er war Muslim und Hanif" (d.h.ein Gott suchender Mensch). Dies impliziert dann aber auch, so die Schlußfolgerung, Abraham sei der erste Muslim gewesen, eine Interpretation, die die klassische Koranexegese (Tafsir) allerdings nicht bestätigt. (Selbst die Ka'ba im Zentrum des mekkanischen Heiligtums geht nach Mohammeds Lehre auf Ibrahim / Abraham und dessen Sohn Isma'il zurück, nur sei sie durch die Polytheisten und Götzendienern schon früh - in einer historisch nicht belegbaren Epoche - entweiht worden.) Mohammed sah seine Aufgabe gerade darin, den alten, ursprünglichen und reinen Zustand des Monotheismus nach Abraham wieder herzustellen. Die Ausgrenzung der anderen Religionsgemeinschaften, Christen und Juden, war somit vorprogrammiert:
:Ihr Gläubigen! Nehmt euch nicht die Juden und Christen zu Freunden! Sie sind untereinander Freunde. Wenn einer von euch sich ihnen anschließt, gehört er zu ihnen (Sure, 5,Vers 51).
:Ihr Gläubigen! Nehmt euch nicht diejenigen, die mit eurer Religion ihren Spott und ihr Spiel treiben, aus dem Kreis derer, die vor euch die Schrift erhalten haben und (auch nicht) die Ungläubigen zu Freunden! (Sure 5, Vers 57).
Die konsequente Beseitigung der jüdischen Siedlungen in und um Medina war politisch- religiöses Programm: die Banu -n-Nadir sind vertrieben und ihre Palmenbestände vernichtet, die Männer der Banu Quraiza sind hingerichtet, ihre Frauen, Kinder und ihr Besitz unter den Muslimen aufgeteilt worden; Mohammed selbst bekam aus der Beute eine Frau namens Rayhana, die er als Konkubine heiratete. Die Banu Qainuqa' verließen Medina und wanderten nach Syrien aus.Diese historischen Ereignisse führten dann zu der heute noch gültigen, in einem Spruch des Propheten begründeten Rechtsnorm im Islam: es gibt keine Koexistenz zweier Religionen auf der Arabischen Halbinsel (arab.لا يجتمع دينان في جزيرة العرب ).
Die letzten Worte Mohammeds vor seinem Tod verzeichnet die Hadithliteratur - u.a. al-Bukhari und Malik ibn Anas - wie folgt: "Möge Gott die Juden und Christen bekämpfen! Sie haben die Gräber ihrer Propheten in Moscheen umgewandelt.Zwei Religionen werden im Land der Araber wahrlich keine Bleibe finden" . Somit war das Schicksal der Anhänger der Buchreligionen besiegelt.
Mohammeds Darstellung in christlichen Chroniken der Frühzeit
Die wohl älteste Quelle, in der Muhammed genannt wird, geht auf die syrische Chronik von Thomas dem Presbyter, der gegen 640 geschrieben hat, zurück:
::: am 4. Februar 634 am frühen Morgen fand ein Kampf zwischen den Byzantinern und den Arabern Mohammeds statt.
Diese Stelle, wie auch andere, wird in der Forschung dahingehend interpretiert, daß Mohammed bereits kurz nach seinem Tode, aber wohl auch schon zu seinen Lebzeiten, als militärischer Führer dargestellt wurde. In
der Geschichte von Armenien eines Anonymus, die man allgemein einem Bischof von Sebeos zuschreibt, wird die Lehre Mohammeds im Zusammenhang mit dem Sieg des Umayyaden-Kalifen Mu'awiya im ersten Bürgerkrieg (656-661) wie folgt beschrieben:
::: Ihr seid die Söhne Abrahams und Gott will durch euch sein Versprechen, das er Abraham und seiner Nachwelt gegeben hatte, verwirklichen. Liebe den Gott Abrahams, gehe hinaus und nimm das Land in Besitz, das Gott deinem Vater Abraham gegeben hatte, denn niemand wird imstande sein, dir im Kampf zu widerstehen, denn Gott ist mit dir.
In der Chronica minora III., im Corpus Scriptorum Christianorum Orientalium, wird der arabische Prophet ebenfalls als militärischer Führer verstanden:
::: im Jahre 940 des Alexander (d.i.628-629) betraten Heraclius und die Byzantiner Konstantinopel. Muhammed und die Araber brachen vom Süden auf und betraten das Land und unterwarfen es.
Auch hier kommt es klar zum Ausdruck, daß Mohammed diese Eroberungszüge veranlaßt und zum Teil selbst geführt hatte. Daß Mohammed sich als Erneuerer des abrahamschen Monotheismus verstand, bestätigen auch die frühesten christlichen Chroniken aus der Mitte des 7. Jahrhunderts. Sie führen im einzelnen auch aus, daß es Mohammed war, der die Araber vom Götzenkult zum Monotheismus führte und den Arabern neue Gesetze gab. Johannes bar Penkaye, ein Mönch in Nordmesopotamien, der nach eigener Auskunft im 67. Jahr der Herrschaft der Araber (d.i.686-687)schrieb, berichtet:
::: Sie (die Araber) halten an der Tradition Mohammeds so stark fest, daß sie jeden, der seine (Mohammeds)Gesetze mißachtet, mit dem Tode bestrafen.
In der Chronik von Zuqnin, im Corpus Scriptorum Christianorum Orientalium, heißt es zu Beginn der Darstellung des Islam:
::: Da er (Mohammed) ihnen (den Arabern) den einzigen Gott beschrieb und sie (die Araber) unter seiner Führung die Byzantiner besiegten und da er ihnen Gesetze gemäß ihren Wünschen gab, nennen sie ihn "Prophet" (nbîyâ) und "Gesandter" (rasùlâ) Gottes.
Literatur
- Hartmut Bobzin: Mohammed. 2. Auflage. Beck, München 2002, ISBN 3-406-44744-9
- Michael A. Cook: Muhammad. Neuauflage. Oxford University Press, Oxford 1996, ISBN 0-192-87605-8 (auf Englisch)
- Ali Dashti: 23 Jahre. Die Karriere des Propheten Mohammed. 2.Auflage. Alibri, Aschaffenburg 2003, ISBN 3-932710-80-0
- Muhammad Ibn Ishaq: Das Leben des Propheten - As-Sira An-Nabawiya. Spohr, Kandern im Schwarzwald 1999, ISBN 3-927606-22-7
- A. Guillaume (Übers.): The Life of Muhammad. A translation of Ibn Ishaq's Sirat Rasul Allah. Oxford University Press.1955.
- Günter Kettermann: Atlas zur Geschichte des Islam. Primus-Verlag, Darmstadt 2001, ISBN 3-89678-194-4
- Martin Lings: Muhammad. Sein Leben nach den frühesten Quellen. Spohr, Kandern im Schwarzwald 2000, ISBN 3-927606-24-3
- Harald Motzki (Hrsg.): The Biographiy of th Muhammad. The issue of the Sources.. Brill. Leiden 2000. ISBN 90-04-11513-7
- Uri Rubin (ed.): The Life of Muhammad. The Formation of the Classical Islamic World. Volume 4. Ashgate Variorum. ISBN 0-86078-703-6
- Uri Rubin: The Life of Muhammad and the Qur'ân: The case of Muhammad's Hijra. In: Jerusalem Studies in Arabic and Islam. Bd. 28 (2003). S.40-64.
- Miklos Muranyi:Die Auslieferungsklausel des Vertrages von al-Hudaibiya und ihre Folgen. In: Arabica 23 (1976), 275-295.
- Arent Jan Wensinck:Muhammad and the Jews of Medina. Berlin 1982. ISBN: 3-9800467-4-5
- Corpus Scriptorum Christianorum Orientalium. Paris 1903-
- Hazrat M. B. Ahmad: Das Leben des Heiligen Propheten Mohammad. Verlag der Islam, 1994, ISBN 3-921458-92-7 (eine Biographie Mohammeds aus der Sicht der Ahmadiya-Sekte).
Weblinks
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Kategorie:Islam
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Kategorie:Gestorben 632
Kategorie:Prophet
Kategorie:Geschichte des Islam
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ko:무함마드
ms:Nabi Muhammad s.a.w.
simple:Muhammad
th:มุฮัมมัด
Sunna
Die Sunna (, "Brauch", "gewohnte Handlungsweise", "überlieferte Norm") steht im Islam für das, was der Religionsstifter Mohammed gesagt, getan, geduldet oder bewusst nicht getan haben soll. Neben dem Koran ist die Sunna die zweite bedeutende Quelle für islamischen Glauben, Leben und Handeln.
Über die Sunna des Mohammed haben seine Gefährten berichtet. Diese Berichte, die man Hadithe nennt, wurden jeweils durch eine Überlieferungskette (arab. Isnad) aus frommen, zuverlässigen Persönlichkeiten an die nachfolgenden muslimischen Generationen überliefert und wurden im 9. Jahrhundert, also etwa 200 Jahre nach dem Tode Mohammeds, in Hadith-Sammlungen verschriftlicht und zusammengefasst. Die für die Muslime authentischsten und rechtmäßigsten zwei Bände heißen Sahih al Buchari (deutsch: "Bucharis Authentische", Buchari ist 870 gestorben), sowie Sahih Muslim (deutsch: "Muslims Authentische", Muslim ist 875 gestorben).
Es gibt in der muslimischen Gesellschaft anerkannte Traditionen, die Sunna auszulegen. Dies sind unter anderem die vier so genannten orthodoxen sunnitischen Rechtsschulen (arab. Madhhab), die den meisten Sunniten alle als rechtgläubig gelten. Die vier Imame (in diesem Fall Begründer) dieser Rechtschulen waren Malik Ibn Anas, Ahmad ibn Hanbal, Asch-Schafi'i und Abu Hanifa. Aus diesen Rechtsschulen entwickelten sich spätere weitere Schulen. Daneben gibt es eine orthodoxe schiitische Rechtsschule, die sogenannte dschafaritische Rechtsschule, die zurückgeht auf Dschafar ibn Muhammad as-Sadiq, einem Nachkommen Prophet Mohammeds. Die dschafaritische Schule ist heute die offizielle Staatsreligion im Iran. Diese konnte sie sich unter den Sunniten bisher noch nicht als 5. anerkannte Rechtsschule durchsetzen.
Kategorie:Islam
ReferenzDas Wort Referenz (v. franz.: référence = Bericht, Auskunft bzw. engl.: reference = Verweis, Bezug, Hinweis) bezeichnet:
- eine von einer Vertrauensperson gegebene qualifizierende Beurteilung oder Empfehlung
- die Person oder Institution, die zur Beurteilung herangezogen werden kann
- in Technik und Geowissenschaften ein Bezugssystem oder eine Referenzfläche (z.B. Referenzellipsoid, Geoid).
- in der Sprachwissenschaft die Beziehung oder der Bezug zwischen Sprachzeichen und Bezeichnetem.
- einen in Texten gegebenen Hinweis auf die Quelle des Textes. Wird meist im wissenschaftlichen Kontext benutzt.
- ein Wert oder ein Gegenstand, auf den andere Werte oder Gegenstände bezogen werden, beispielsweise eine Referenztemperatur oder eine Referenz-Lichtquelle,
- in der Informatik einen Verweis auf eine Variable. Dabei sind Zeiger eine spezielle Art von Referenz, bei der die Rückgewinnung der Variablen aus der Referenz durch eine Dereferenzierungsoperation erfolgt.
- ein umfassendes Nachschlagewerk zu einer Programmiersprache, einem Betriebssystem, einem Protokoll oder dergleichen (z.B. C++ The Complete Reference)
Malik Ibn AnasMalik Ibn Anas al-Asbahi ( - um 715; † 795) ist der Begründer der malikitischen Rechtsschule des Islam.
Malik Ibn Anas stammt aus einer jemenitischen Familie, die sich vor Maliks Geburt in Medina angesiedelt hatte. Er studierte bei Ibn Hurmuz, Nafi' und Rabi'a b. Abi Abd al-Rahman und verbrachte sein ganzes Leben in seinem Geburtsort Medina mit Studium, Lehrtätigkeit und dem Verfassen von Rechtsgutachten.
Maliks bedeutendstes Werk ist die Muwatta ("gebahnter Weg"), das in unterschiedlichen Rezensionen seiner Schüler erhalten ist. Nach den neusten Forschungsergebnissen hat er keine "Edition letzter Hand" hinterlassen. Die ältesten Werkexemplare - wenn auch nur fragmentarisch - liegen in der Handschriftensammlung von Kairouan (Qairawan) auf zahlreichen Pergamentblättern aus dem späten 9. und 10. Jahrhundert vor.
Malik gilt als Gründer der später nach ihm benannten malikitischen Rechtsschule, die sich im frühen 9. Jahrhundert vor allem in Ägypten, Nordafrika und im islamischen Spanien (al-Andalus/Andalusien) verbreitet hat. Neben seinem oben genannten Werk - in der Rezension seiner Schüler - sind seine Rechtsansichten in Rechtswerken der Folgegenerationen (z.B. bei Sahnun ibn Sa'id aus Kairouan) erhalten.
Siehe auch
- Fiqh (islamische Rechtswissenschaft)
Weblinks
- [http://www.usc.edu/dept/MSA/fundamentals/hadithsunnah/muwatta/ Englische Übersetzung der Muwatta]
Kategorie:Mann
Kategorie:Person des Islam
Kategorie:Geboren 715
Kategorie:Gestorben 795
Ra'yRa'y (arab. رَأْي Meinung) ist die selbständige Rechtsfindung der Rechtsgelehrten in der islamischen Jurisprudenz (Fiqh).
Die im Koran offenbarten Verordnungen und die in der Sunna überlieferten Aussagen, Taten und Empfehlungen des Propheten Mohammed reichten bei der Beantwortung und Lösung neuer Rechtsfälle nicht aus, ein Umstand, der die Rechtsgelehrten zu eigenständigen Rechtsfindungen aufgrund ihrer eigenen Meinung (ra'y) bewegte. Der Richter wählt entweder die Lösung, die ihm am besten erscheint (اِستِحسان [istihsan] "Billigung"), oder diejenige, die dem Prinzip der generellen Nützlichkeit entspricht (استصلاح ) [istislah] kommt von صَلَحَ [salaha] "passen"; "angepaßt sein").
Vorreiter auf diesem Gebiet waren die Hanafiten im Irak, die man bis heute als Anhänger des ra'y (ahl al-ra'y) bezeichnet. Allerdings blieben andere Rechtsschulen (Madhhab) von dieser Methode der Rechtsfindung nicht ganz unberührt. Selbst die Anhänger des Malik ibn Anas, die man gern zu den Anhängern des Hadith (ahl al-hadith) zählt, waren bei der Pflege des ra'y äußerst aktiv. Gegner der am Ra'y orientierten Rechtsprechung war asch-Schafii, der Begründer islamischen Rechtstheorie durch seine Risala. Die Beantwortung tausender von Rechtsfragen (mas'ala / Pl. masa'il), die man stets mit der Formel: a-ra'ayta ("bist du der Ansicht, daß...") einleitet, erfolgt in der islamischen Jurisprudenz durch opinio.
Literatur
- Joseph Schacht: The Origins of Muhammadan Jurisprudence. Oxford 1967
- Joseph Schacht: An Introduction to Islamic Law. Oxford 1964
Kategorie:Islamisches Recht
Ibn HanbalAhmad ibn Hanbal ( - 780 in Merw; † 855) war ein islamischer Rechtsgelehrter in Bagdad. Er war ein Schüler Muhammad ibn Idris al-Schafiis (767-820) und des Hanafiten Abu Yusuf.
Ibn Hanbal ist der jüngste der Gründer der vier im sunnitischen Islam als rechtgläubig angesehenen Rechtsschulen (Madhhab) der islamischen Rechtswissenschaft (Fiqh), nämlich der nach ihm benannten Schule der Hanbaliten.
Er war den Abbasiden und ihrer "konservativen Revolution" zugeneigt. Seine Schule gilt im allgemeinen als die strengste und ist die, der die meisten strengen Traditionalisten und Fundamentalisten anhängen. Seine Rechtsschule versuchte, so nah wie möglich am Text der Quellen zu bleiben, wobei Ibn Hanbal bei seiner Suche nach der strengsten Auslegung der Quellen manche Fragen offen lassen musste, was dann wiederum paradoxerweise in einigen Fällen zu einer größeren Liberalität als in anderen Rechtsschulen führte.
Unter der Mihna wurde er inhaftiert und ausgepeitscht.
Hanbal, Ahmad Ibn
Hanbal, Ahmad Ibn
Hanbal, Ahmad Ibn
Hanbal, Ahmad Ibn
Islam
Der Islam ( islām Hingabe an Gott; al-islām der Islam) ist mit ca. 1,2 Milliarden Anhängern nach dem Christentum (ca. 2,0 Milliarden Anhänger) die zweitgrößte Religion der Welt. Seine Anhänger werden als Muslime oder (deutlich seltener und veraltet) als Mohammedaner bezeichnet; letzteres stößt indes als Fremdbezeichnung unter den meisten Muslimen auf Ablehnung, da die Muslime nicht - wie das Wort suggeriert - Mohammed, sondern einzig den einen Gott anbeten.
Vor allem in älterer Literatur werden Muslime häufig mit der persischen Variante des arabischen Wortes als Moslems bezeichnet.
Der Islam ist eine monotheistische Religion, die sich streng vom Polytheismus und auch von der christlichen Vorstellung von Inkarnation und Trinität abgrenzt. Er gründet sich auf den Koran, der für Muslime das unverfälschte Wort Gottes ist. Zweite Erkenntnisquelle sind die Worte und Handlungen (Sunna) des Propheten Mohammed.
Die Entstehung des Islam
Mohammed]]
Der Religionsstifter Mohammed (: der Vielgelobte) wurde um 570 als Sohn eines Händlers in Mekka im heutigen Saudi-Arabien geboren. Nach der Überlieferung soll ihm 610 der Erzengel Gabriel erschienen sein, und ihm die ersten Verse (Ayāt) des Korans übermittelt haben. Im Verlauf der folgenden 23 Jahre soll ihm dann Vers für Vers davon offenbart worden sein.
Der Islam begreift sich als Fortsetzung göttlicher Offenbarung. Deshalb sehen sich Muslime in der Kontinuität von Judentum und dem Christentum. Mohammed wird deshalb auch als das „Siegel der Propheten“ bezeichnet. In diesem Sinne werden im Islam auch alle vorher von Gott gesandten Propheten, die in der Bibel genannt werden, als eigene Propheten verstanden. Es gibt aber Abweichungen: So ist nach islamischem Glauben Jesus ein Prophet, der jedoch weder am Kreuz starb noch auferstand. Einige Personen, die im Juden- bzw. Christentum nicht als Propheten gesehen werden, werden im Islam als solche verehrt, zum Beispiel Adam.
Grundlagen des Islam
Die fünf Säulen
Die Grundsätze des Islam, die fünf Säulen, die zu erfüllen jeder Muslim verpflichtet ist, sind:
- Das Glaubensbekenntnis Schahada (): Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer (dem einzigen) Gott und Mohammed ist der Gesandte Gottes. (s.o.) Die Schiiten fügen in der Regel noch den Satz hinzu: und Ali ist der Freund Gottes. Gemeint ist hier Ali ibn Abi Talib.
Im Sufismus (islamische Mystik) wird der erste Teil der Schahada auch interpretiert mit: Ich bekenne, dass es nichts außer Gott gibt bzw. Es gibt nichts. Es gibt nur den Einen (die Einheit).
Das Aussprechen der Schahada in ehrlicher Absicht (niya) reicht aus, um Muslim zu werden. Sie ist auch das erste, was einem Neugeborenem ins Ohr geflüstert wird, und der letzte Gruß an einen Sterbenden. In der heutigen islamischen Kultur, verliert ein Moslem, der den Islam verläßt, häufig seine familiären und gesellschaftlichen Bindungen, seine Rechte und Erbansprüche. In der Rechtstheorie, in einigen Ländern auch in der Rechtspraxis, wird das Abfallen vom Islam mit dem Tode bestraft.(Siehe: ridda)
- Das Gebet Salat () ist religiöse Pflicht.
Es wird zu festgelegten Zeiten verrichtet, zu denen der Muezzin ruft: in der Morgendämmerung, mittags, nachmittags, abends und nach Einbruch der Nacht.
Zuvor erfolgt die rituelle Reinigung (arabisch: "wudu'" ;persisch: "âbdast") mit reinem Wasser. Sollte dieses nicht in ausreichender Menge zu Verfügung stehen oder als Trinkreserve benötigt werden, wird symbolisch Sand oder Staub verwendet (tayammum). Das Zusammenlegen oder Nachholen von Gebeten ist unter bestimmten Bedingungen gestattet, z. B. auf Reisen. Am Freitag muss das Mittagsgebet (Freitagsgebet) in der Gemeinschaft (das Gebet in der Moschee ist nicht Pflicht, zwingend ist für das Freitagsgebet die Gemeinschaft) stattfinden, dann (oder davor) wird auch gepredigt (Khutba). Viele Muslime beten aber auch sonst möglichst in der Moschee. Die Teilnahme am Freitagsgebet ist Pflicht für alle männlichen erwachsenen Muslime.
- Die Almosensteuer Zakat ().
Die Erträge werden für Bedürftige, Kranke, Befreiung Gefangener, den Dschihad oder zum Aufbau religiöser Schulen verwendet. Die Höhe variiert je nach Einkunftsart (Handel, Viehzucht, Anbau) zwischen 2,5-10% ebenso wie die Besteuerungsgrundlage (Einkommen oder Gesamtvermögen). Zakat stellt eine der drei nach islamischem Recht erlaubten Steuerformen dar; die anderen beiden sind die Grundsteuer (Charadsch) und die Kopfsteuer (Dschizya), die von Nichtmuslimen in islamischen Gesellschaften als Gegenleistung für ihre Duldung (siehe: Dhimmi) verlangt wird. Die Zakat ist eine fromme Handlung und religiöse Pflicht des Muslims und kann somit nur Muslimen zu Gute kommen.
- Das Fasten Saum ().
Im Monat Ramadan, der sich jedes Jahr um 10 Tage verschiebt, wird von Beginn der Morgendämmerung - wenn man einen „weißen von einem schwarzen Faden unterscheiden“ kann (Koran 2:187) - bis zum vollendeten Sonnenuntergang gefastet, nichts gegessen, nichts getrunken, nicht geraucht, kein ehelicher Verkehr und manche andere Enthaltsamkeit im Verhalten geübt.
Das Fasten wird nicht aus gesundheitlichen Gründen befolgt, sondern um Gottes Befehl während des Tages zu genügen. Insofern ist das oft praktizierte ausgiebige Fastenbrechen bei Nacht zwar nicht unbedingt ideal, verletzt jedoch auch nicht die religiöse Pflicht. Oft bricht man das Fasten mit einer Dattel und einem Glas Milch, nach Vorbild des Propheten. Der Fastenmonat wird mit dem Fest des Fastenbrechens ('Īd al-fitr) beendet.
- Die Pilgerfahrt Haddsch ().
Einmal in seinem Leben soll der Muslim die Pilgerfahrt nach Mekka antreten. Sie findet im letzten Mondmonat statt, und wird dann zur Pflicht für ihn, wenn er dazu in der Lage ist. Entscheidend dafür ob die Pilgerfahrt zur Pflicht wird, sind unter anderem seine finanziellen und gesundheitlichen Lebensumstände.Die Einschränkung der ritualrechtlichten Pflicht der Pilgerfahrt ist in Sure 3, Vers 97 begründet:
:::"...und die Menschen sind Gott gegenüber verpflichtet, die Wallfahrt nach dem Haus (d.i. die Kaaba von Mekka) zu machen - soweit sie dazu eine Möglichkeit finden ".
Die Interpretation des hier verwendeten Ausdruckes "Möglichkeit finden" erfolgt in einem Prophetenspruch (Hadith), dessen Isnad allerdings als "schwach" eingestuft ist. Demnach ist der Besitz von Reiseproviant und Reittier (arabisch: al-zâd wa-'l-râhila) die Grundvoraussetzung für die Erfüllung dieser rituellen Pflicht.
Die Pilger müssen nach ihrer Ankunft in Mekka u.a. die Kaaba sieben Mal umkreisen, auf dem Hügel Arafat verweilen, zwischen den beiden Hügeln Safa und Marwa laufen - damit vollziehen sie den Durst von Hagar und Ismael auf der Suche nach Wasser in der Wüste nach (vgl. 1. Mose 21, 9-21) -, Opferschafe schlachten und den Satan rituell steinigen.
Glaubensgrundsätze
Im Islam gibt es sechs Glaubensartikel, nämlich den Glauben an:
- Gott (Allah)
- seine Engel
- seine Offenbarung (heilige Bücher: Tora, die Evangelien, den Koran etc.)
- seine Gesandten, die Propheten Gottes: darunter Adam, Abraham, Moses, Jesus und zuletzt Mohammed
- den Tag des jüngsten Gerichts und das Leben nach dem Tod: Der Mensch werde eines Tages für seine Taten zur Verantwortung gezogen und mit dem Höllenfeuer bestraft bzw. mit dem Paradies belohnt
- die göttliche Vorsehung.
Erwähnt werden diese Glaubensartikel sowohl im Koran (z.B. in an-Nisā'(4):136:
:::Ihr Gläubigen! Glaubt an Gott und seinen Gesandten und die Schrift, die er auf seinen Gesandten herabgeschickt hat, und an die Schrift, die er schon (früher) herabgeschickt hat! Wer an Gott, seine Engel, seine Schriften, seine Gesandten und den jüngsten Tag nicht glaubt, ist (damit vom rechten Weg) weit abgeirrt.
Auch in Hadithen wie folgendem Ausspruch des Mohammed heißt es:
:::Der Glaube besteht darin, dass du an Gott glaubst und an seine Engel, an seine Bücher, an seine Propheten und an den Jüngsten Tag, sowie an die göttliche Vorsehung des Guten und des Bösen.
Die genaue Liste der Glaubensartikel varriiert leicht zwischen den Rechtsschulen und gelegentlich sogar zwischen einzelnen Gelehrten. Das Glaubenskonzept der Schia ist praktisch identisch und wird nur durch einige Punkte erweitert, die z.B. die Verehrung der Imame betreffen. Lediglich die Ismaeliten weichen durch ihre monistischen Vorstellungen vom Wesen der Engel und des Prophetentums deutlicher davon ab.
Nach muslimischem Verständnis sandte Allah den Koran durch den Erzengel Gabriel als „göttliches Zeichen“ an Mohammed, zur Verkündigung an die Menschen. Die „göttlichen Zeichen“ seien für jeden Menschen erkennbar, sofern er „vernünftig“ überlege. Um den Koran zu verstehen, müsse der Mensch sich von seinen „schlechten Eigenschaften“ und seinen „falschen Ideen“ befreien, damit sein Geist sich durchsetze. Dies erreiche man durch ständige Selbstüberwindung und den Kampf gegen die Ungerechtigkeit in der Welt. Die Menschen sollten „Stellvertreter Allahs auf Erden“ sein, indem sie verantwortlich handelten und für Gerechtigkeit einträten.
Der Islam ist eine ausgeprägt monotheistische Religion. Die christliche Vorstellung der Dreifaltigkeit wird missverstanden und daher ausdrücklich als im Ansatz polytheistisch abgelehnt, ebenso jede Personifizierung oder gar bildliche Darstellung Gottes. Gott wird durch seine 99 wundervollen Namen beschrieben, die nur ihm alleine zustehen. Die Menschen können über Gott nur wissen, was er ihnen selbst in seiner Gnade offenbart hat, da es die menschliche Vorstellungskraft weit überschreitet, sich direkt ein Bild von Gott zu machen.
Anders als Jesus Christus im Christentum ist Mohammed ein sterblicher Mensch, der jedoch von Gott als ein Prophet auserwählt wurde, um den Menschen die Wahrheit zu verkünden. Schon vor ihm habe eine Vielzahl anderer Propheten der Menschheit die göttliche Botschaft überbracht, jedoch sei diese immer wieder verfälscht worden, so dass der Koran die einzige wirklich verlässliche Quelle sei. Unter diesen Propheten finden sich sämtliche Propheten, die in der Bibel genannt werden, einschließlich Jesus (arabisch Isa). Außer ihm werden auch Abraham (Ibrahim), Moses (Musa) und Josef (Yusuf) im Koran erwähnt.
Der Mensch ist im Islam nicht an die Vermittlung durch eine Institution gebunden, sondern jedes Individuum kann sich durch seine guten Taten und seine "Gottesfurcht" direkt einen Platz im Himmel verdienen – allerdings nur für sich selbst, nicht für andere. Somit wird die Eigenverantwortung jedes Einzelnen betont. Im Volksislam wird dieses Prinzip durch die Heiligenverehrung etwas aufgeweicht.
Neben der Eigenverantwortung steht die Verantwortung für andere: Jeder Muslim ist verpflichtet, zu „gebieten, was recht ist“ und zu „verbieten, was verwerflich ist“ (amr bi-l-ma'rūf wa nahy ani l-munkar ) (mehrfach im Koran, z. B. in Sure 7, Vers 157). Dieser Grundsatz hat, durch den resultierenden Gruppendruck gegen „verwerfliches“ Verhalten, in der islamischen Geschichte zum einen die Gemeinschaft gestärkt, aber auch dafür gesorgt, dass der berühmte Vers „Es gibt keinen Zwang im Glauben“ in der Praxis nie wirklich relevant wurde. Siehe hierzu auch Hisba.
Wer im Islam ehrliche Reue zeigt, kann immer zu Gott zurückfinden. Andererseits strebt der Islam auch auf Erden einen "Idealzustand" an. Dabei sollte man vielleicht eher von einem Zustand sprechen, der unter Berücksichtigung der Mängel und Unvollständigkeiten der Menschen möglichst nahe an den Idealzustand herankommt.
Nach der Überlieferung war die frühislamische Gesellschaft ein solcher „Idealzustand“. Der wesentliche Unterschied zwischen „Fundamentalisten“ und „gemäßigten Muslimen“ besteht darin, dass erstere den damaligen Zustand als für alle Zeiten vorbildhaft betrachten. Gemäßigte Muslime glauben zwar auch, dass es die unter den damaligen Umständen in einer Gesellschaft von Wüstenomaden bestmögliche Annäherung war, betonen aber, dass die zu Grunde liegenden Ziele unter geänderten Bedingungen auch auf veränderte Weise angestrebt werden sollen.
Der Dschihad
Der Dschihad (arab. »sich bemühen, sich anstrengen, kämpfen«) ist ein wichtiges Glaubensprinzip. Seine Bedeutung im Islam ist so groß, dass zeitweise diskutiert wurde, ob der Dschihad als sechste „Säule des Islam“ gerechnet werden sollte. Das „Bemühen auf dem Wege Gottes“ umfasst die eigene spirituelle und moralische Verbesserung, die Verbesserung des Gemeinwesens bzw. seiner Mitbrüder, und auch die Verteidigung des Glaubens mit der Waffe.
Manche Muslime deuten Dschihad als Feldzug gegen ‚Ungläubige‘, also Nichtmuslime. In der Praxis sind damit oft die westlichen Industrieländer gemeint. Diese Interpretation wird zum Beispiel von Al-Qaida unter Osama bin Laden vertreten, jedoch von den einschlägigen Gelehrten des Islams und der breiten Basis abgelehnt.
Die Scharia
Unter Scharia (arab. »der Weg zur Wasserstelle«) versteht man das islamische Recht, d.h. die Gesamtheit von religiösen Regeln und Pflichten der Muslime (Gebet, Reinigung, Fasten, etc.) zum einen, und die Regelungen zwischenmenschlicher Beziehungen (Ehe- Kauf- Vertragsrecht usw.), ferner das Strafrecht (hudùd / 'uqùbât), aber auch das Kriegsrecht (siyar), d.h. die Regelung der Beziehungen zu der nichtmuslimischen Welt zum anderen.
Im Sufismus (islamische Mystik) hat die Scharia den Stellenwert der Basis für den Weg des Gottessuchenden. Weitere Stationen sind in der Reihenfolge: Tariqa (der mystische Weg), Haqiqa (Wahrheit) und Ma'rifa (Erkenntnis).
Richtungen
Sunniten
Der Islam ist in mehrere Richtungen gespalten. Die Sunniten bilden mit etwa 90% die zahlenmäßig größte Gruppierung. Sie unterteilen sich wiederum in die sunnitischen Rechtsschulen der Hanafiten, Malikiten, Hanbaliten und Schafiiten.
Wahhabiten
Der Wahhabismus ist eine äußerst strenge Auslegung der hanbalitischen Rechtsschule der Sunniten, zum Zeitpunkt seiner Entstehung auch eine politische Strömung.
Schiiten
Die Schiiten sind die zweite große Richtung. Deren Hauptrichtung sind die so genannten Imamiten oder Zwölferschia, die vor allem im Iran, Irak, Aserbaidschan, Bahrain und dem Libanon weit verbreitet sind. Weiter gibt es die Anhänger der Siebenerschia (Ismailiten), die vorwiegend auf dem indischen Subkontinent (Mumbai, Karatschi und Nordpakistan) sowie in Afghanistan und Tadschikistan leben. Die Zaiditen oder Fünferschia finden sich heute nur noch im Jemen.
Charidschiten
Die Charidschiten sind heute die kleinste Richtung des Islams, die heute noch bestehde Untergruppierung heißt Ibaditen. Sie leben vor allem in Südalgerien (Mzab), auf der tunesischen Insel Djerba und in Oman.
Sufismus
Wie fast alle Religionen bzw. religiöse Richtungen besitzt auch der Islam einen inneren (esoterischen) und einen äußeren (exoterischen) Aspekt. Die mystische innere Dimension des Islam ist der Sufismus (arabisch tasawwuf ). Der innere Aspekt wird auch Tariqa, der äußere Schari'a genannt. Nach Auffassung der Sufis gehören diese beiden Aspekte untrennbar zusammen, als Beispiel dient das Symbol einer Öllampe: Die Flamme der Lampe steht für Tariqa, also für die Essenz der Religion, die ohne das schützende Glas beim ersten Windhauch erlöschen würde. Das Glas, also die Hülle, steht für Schari'a, aber ohne eine Flamme hätte das Glas alleine als Lampe keinen Sinn.
Von puritanischen Gruppen wie den Wahhabiten werden die Sufis oft als Ketzer bezeichnet und deswegen abgelehnt.
Weitere Gruppen
Weitere Gruppen sind die Aleviten und die Ahmadiyya. Aus dem schiitischen Islam haben sich auch die eigenständigen Religionen der Drusen, der Jesiden, des Babismus und die Religion der Baha'i entwickelt.
Geschichte
Die politische Geschichte des Islam und des Kalifats wird in eigenen Artikeln behandelt. Eine Herrscherliste bietet die Liste der Kalifen.
Gegenwart
Liste der Kalifen]]
Heute ist der Islam in vielen Ländern des Nahen Ostens, Nordafrikas, Zentral- und Südostasiens verbreitet. Hauptverbreitungsgebiet ist dabei der Trockengürtel, der sich von der Sahara im Westen über den Nahen Osten und den Kaukasus bis nach Zentralasien im Osten zieht. Das bevölkerungsreichste muslimische Land ist Indonesien. Muslimisch geprägte Länder in Europa sind Bosnien und Herzegowina, der europäische Teil der Türkei und Albanien. Viele weitere Länder haben muslimische Minderheiten. Die Anhängerzahl des Islam wird auf zwischen 900 Millionen und 1,4 Milliarden geschätzt.
Islamische Konferenz
Die islamischen Länder sind in der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) organisiert, der auch einige Staaten mit größeren muslimischen Minderheiten angehören.
Umsetzung der Scharia
Seit der Kairiner Deklaration 1990 soll die Scharia wieder Basis der Gesetzgebung in allen islamischen Ländern sein. Die praktische Umsetzung ist jedoch sehr unterschiedlich. in Tunesien beschränkt sich die Umsetzung nur auf das Zivilrecht, in Saudi-Arabien und Sudan hingegen kommt sie vollständig zur Geltung.
In der Türkei wird die Scharia in der Rechtssprechung überhaupt nicht praktiziert. Allerdings sieht die soziale Realität in Teilen der Gesellschaft anders aus. So existiert z.B. die offiziell nicht anerkannte islamische Ehe.
Zuweilen gilt die Scharia nur in islamisch dominierten Landesteilen (Nigeria). Besonders drakonische Strafen (Amputation, Steinigung), die oft international kritisiert werden, finden in relativ wenigen islamischen Ländern Anwendung und werden auch innerhalb des Islams teilweise kritisiert, weil dabei meist die in der Scharia vorgeschriebenen strengen Schutzbedingungen für Angeklagte außer Acht gelassen werden, so zum Beispiel die Pflicht, mindestens vier erwachsene männliche Muslime als Zeugen vorzuführen, welche die Tat selbst mit eigenen Augen gesehen haben. Es gibt allerdings hier eine Grauzone, z. B. bei sogenannten «Ehrendelikten» (beispielsweise Tötungen wegen Ehebruchs). Selbst in der laizistischen Türkei konnte bis vor kurzem noch bei solchen Delikten mit mildernden Umständen gerechnet werden. Erst 2004 wurde ein Gesetz durch das Parlament beschlossen, das so genannte „Ehrenmorde“ an Mädchen und Frauen wie vorsätzlichen Mord mit lebenslanger Haftstrafe ahndet. Ein Bereich der Scharia, der wohl nur noch im Sudan und in Mauretanien existiert, ist die Sklaverei.
Wirtschaftliche und soziale Situation
Alle islamischen Staaten gehören zu den Schwellenländern oder Entwicklungsländern. Keines der Länder hat den Sprung zu einem Industrieland geschafft, was manche Forscher in Zusammenhang mit gesellschaftlichen Normen der entsprechenden Länder bringen. Die arabischen Länder, wo der Islam seinen Ursprung hat, bestehen zudem im Wesentlichen aus Wüsten mit verhältnsmäßig wenigen fruchtbaren und bewohnbaren Flächen. Der Wassermangel behinderte, und erschwert auch heute, eine etwa mit Europa vergleichbare wirtschaftliche Entwicklung. Im Wirtschaftsleben besteht durch das Verbot Zinsen zu nehmen ein grundlegender Unterschied zum Kapitalismus westlicher Prägung. Nicht zuletzt waren die meisten muslimischen Länder Afrikas und Asiens bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts von europäischen Kolonialmächten besetzt. Aber das derzeit mit Abstand größte hinderniss für einen wirtschaftlichen Aufstieg dieser kernregion des Islam ist der Analphabetismus:
Laut dem Arab Human Development Report (AHDR) der UNO sind die Hälfte aller Frauen und ein Drittel aller Männer in der Arabischen Welt Analphabeten. 32 Millionen Menschen leiden an Unterernährung. Das Bruttosozialprodukt aller 22 Länder der Arabischen Liga (300 Millionen Einwohner) lag 1999 mit 531,2 Milliarden Dollar noch unter dem des christlichen Spanien (40 Millionen Einwohner) mit 595,5 Milliarden Dollar. Zehn Millionen Kinder unter 15 Jahren besuchen keine Schule. Fast 40 Prozent der 15- bis 24-Jährigen in Algerien sind arbeitslos, in Marokko und Ägypten jeweils 35 Prozent. In den meisten Staaten mit muslimischer Mehrheitsbevölkerung sind autokratische Regierungen an der Macht. Die Reaktion auf diese Lage ist in manchen Ländern eine verstärkte Zuwendung der Bevölkerung zu islamistischen Gruppierungen, zumal diese sich stark im sozialen Bereich einsetzen. Der militante Islam (der Islamismus) spiegelt nach dem früheren deutschen Außenminister Klaus Kinkel, "die wirtschaftliche, politische und kulturelle Enttäuschung" der Muslime wider.
Die Heiligen Städte des Islam
Im Islam gilt eine Vielzahl von Städten als heilig, wobei dreien eine besondere Bedeutung zukommt: Zuerst natürlich Mekka als Geburtsort Mohammeds mit der Kaaba als zentralem Heiligtum des Islam, das die Gebetsrichtung (Qibla) bestimmt. Darauf folgt mit Medina, nördlich von Mekka gelegen, der Ort, an dem der Islam erste politische Wirkungskraft entfaltete, und schließlich Jerusalem, das nach muslimischer Überlieferung die erste Qibla-Richtung vorgab und der Ort ist, den die Muslime als geographische Position der im Koran (Sure 17, „Die nächtliche Reise“) erwähnten al-Aqsa-Moschee definiert haben.
Daneben gibt es eine große Zahl an Wallfahrtsorten unterschiedlicher Bedeutung. Meist handelt es sich dabei um Grabstätten, etwa von Gefährten Mohammeds, der Imame der Schia oder von Sufi-Scheichs. Führend in der Zahl heiliger Orte ist vermutlich der nordafrikanische Volksislam mit unzähligen Grabstätten von Marabuts. Abgesehen von den ersten drei heiligen Stätten ist der Status der «heiligen» Städte - wie die Heiligenverehrung selbst - im Islam ein äußerst kontroverses Thema.
Marabut]]
Jerusalem stellt in der Liste der heiligen Städte insofern einen Sonderfall dar, als sich der aus dem Koran hergeleitete Anspruch historisch nicht belegen lässt. Trotzdem ist er für Muslime einhellig eine Glaubenswahrheit, was ihn in der praktischen Auswirkung einer „historischen Wahrheit“ gleichstellt.
Der Islam und andere Religionen
Der Islam unterscheidet bei seiner Betrachtung Andersgläubiger zwischen monotheistischen und polytheistischen Religionen. Juden, Christen und Johanneschristen haben eine Sonderstellung als "Leute der Schrift", wie sie im Koran genannt werden. Im islamischen Staat haben sie die Stellung der sogenannten "Dhimmi", die eine Schutzsteuer entrichten müssen, dafür weder die gesetzliche Armensteuer zahlen müssen, noch in der Armee dienen müssen. Ihnen muss vom Staat gewährleistet werden, dass ihnen Gotteshäuser zur Verfügung gestellt werden und sie ihre Religion frei ausüben können.
Trotz der Aussage "kein Zwang im Glauben" [Koran: Sure 2 Vers 256] werden nach der Scharia Polytheisten nicht geduldet, siehe dazu auch Glaubensfreiheit im Islam.
Der Islam teilt die Welt in zwei Gebiete, zum einen das "Gebiet des Islam" (Dar al-Islam) in dem der Islam schon herrscht und das "Gebiet des Krieges" (Dar al-Harb), die übrige Welt dessen Bewohner noch mittels oft kriegerischer Mittel, von den Vorzügen des Islams "überzeugt" werden müssen.
Siehe auch
- Euroislam
- Liste islamischer Begriffe auf Arabisch
- Islamische Organisationen in Deutschland
- Islamische Organisationen in Österreich
- Islamische Organisationen in der Schweiz
- Kein Zwang im Glauben - zur Religionsfreiheit im Islam
- Islamischer Kalender
- Berühmte Muslime
- Islamismus
- Fiqh
Literatur
Übersetzungen und Literatur zum Koran und den Hadithen finden sich in den entsprechenden Artikeln und werden deshalb hier nicht aufgeführt.
Grundwissen
- Ralf Elger (Hrsg.): Kleines Islam-Lexikon. Beck, München 2001, ISBN 3-406-47556-6
- Ralf Elger: Islam. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt 2002, ISBN 3-596-15368-9
- Gerhard Endreß: Der Islam. Eine Einführung in seine Geschichte. München 1997 (C.H. Beck Studium), ISBN 3-406-42884-3
- John L. Esposito: Von Kopftuch bis Scharia. Was man über den Islam wissen sollte. Leipzig 2004 (Reclam Leipzig), ISBN 3-379-20105-7
- Richard Hartmann: Die Religion des Islam. Berlin 1944 - Nachdruck Wiss. Buchgesellschaft 1992, ISBN 3-534-80132-6
- Malise Ruthven: Der Islam. Eine kurze Einführung. Reclam, Stuttgart 2000, ISBN 3-15-018057-0
- Udo Schaefer: Glaubenswelt Islam. Eine Einführung. Religionswissenschaftliche Texte und Studien, Band 7. Georg Olms Verlag, Hildesheim 2002, ISBN 3-48710-159-9
- Annemarie Schimmel: Die Religion des Islam. Eine Einführung. Reclam, Stuttgart 1990, ISBN 3-15-008639-6
- Montgomery W. Watt: Der Islam. 3 Bände. Kohlhammer, Stuttgart 1980-1990 (Band 2: ISBN 3-17-005707-3)
- Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (Hrsg.): Was jeder vom Islam wissen muss. Gütersloher Verlagshaus, GTB 786, 5. Auflage 1996, ISBN 3579007866
Geschichte
- Josef van Ess: Theologie und Gesellschaft im 2. und 3. Jahrhundert der Hidschra. Springer, Berlin 1991-1995 (sechs Bände)
- Ulrich Haarmann (Hrsg.): Geschichte der arabischen Welt. Beck, München 2001, ISBN 3-406-47486-1
- Heinz Halm: Der Islam. Geschichte und Gegenwart. C.H. Beck, München 2004, ISBN 3-406-519172
- Günter Kettermann: Atlas zur Geschichte des Islam. Darmstadt 2001, ISBN 3-534-14118-0
- Marcel Rebiai: Islam, Israel und die Gemeinde Schleife 2004, ISBN 3-907-82742-2
- Hans Küng: Der Islam. Geschichte, Gegenwart, Zukunft. München/Zürich 2004, ISBN 3-492-04647-9
- Tilman Nagel: Geschichte der islamischen Theologie. Beck, München 1994, ISBN 3-406-37981-8
- Albrecht Noth, Jürgen Paul (Hrsg.): Der islamische Orient. Grundzüge seiner Geschichte. Ergon, Würzburg 1998, ISBN 3-932004-56-6
Verhältnis zum Westen und aktuelle Probleme
- Adel Theodor Khoury: Der Islam und die westliche Welt. Primus Verlag, ISBN 3-89678-437-4
- Samuel P. Huntington: Kampf der Kulturen. Goldmann-Verlag, 2002, ISBN 3-442-15190-2
- Mark A. Gabriel: Islam und Terrorismus. Resch, Lake Mary/Florida 2004, ISBN 3-935197-39-X
- Bat Ye'or: Der Niedergang des orientalischen Christentums unter dem Islam. Resch-Verlag, Gräfelfing 2002, ISBN 3-935-19719-5
Weblinks
- [http://www.islam.de/72.php Darstellung des Islam durch den Zentralrat der Muslime in Deutschland]
- [http://www.bpb.de/publikationen/5IY8HR,0,0,Der_Islam.html „Der Islam“ von der Bundeszentrale für politische Bildung]
- [http://wwwuser.gwdg.de/~mriexin/euroislam.html Der Islam in Westeuropa-Linkliste]
ja:イスラム教
ko:이슬람교
ms:Islam
simple:Islam
th:ศาสนาอิสลาม
Liste islamischer Begriffe auf ArabischViele der hier aufgeführten Begriffe entstammen der traditionellen islamischen Weltsicht und beziehen sich oft auch auf rechtliche Aspekte. Obwohl sie wohl noch weitestgehend mit traditioneller Bedeutung gebraucht werden, gab und gibt es Bemühungen, einige Begriffe neu zu definieren. Bestes Beispiel ist "Dschihad", der von einem Lager nur noch defensiv-friedlich verstanden werden will, vom fundamentalistischen Lager jedoch extrem aggressiv verstanden wird, weshalb man diese Leute auch manchmal als "Dschihadisten" bezeichnet.
Die lateinische Umschrift wird in Namenskonventionen/Arabisch erklärt.
A
;aḫira/âchira/ âkhira/ axira : () das Jenseits
;adab : () klassischer Bildungskanon, Literaturgattung
;adhan : () Gebetsruf
;'adl : () Gerechtigkeit, i.R. Unbescholtenheit
;ahl al-kisa : (, ahl al-kisā’) die fünf «Leute des Mantels», eine der vielen schi'itischen Bezeichnungen für Mohammed und seine engsten Angehörigen Fatima, 'Ali, Hasan und Husain. Im Streit mit christlichen Abgesandten der Oase Nadschran über die Göttlichkeit Jesu soll Mohammed sie unter seinem Mantel genommen haben, um sich mit ihnen zusammen einem Gottesurteil zu unterwerfen. Auch ashab al-kisa (, aṣḥāb al-kisā’) «Personen des Mantels» genannt.
;ahl al-kitab : () «Familie des Buches», Monotheisten, die dhimmi werden können.
;Allah : () Gott (als einziger Gott)
;'Aqida : () Glaubensinhalte
;'aschura : (, ’āschūrā’) «der zehnte (Tag)», imamitisches, und alewitisches Trauerfest am 10. Muharram zur Erinnerung an Husains Martyrium bei Kerbela. Bei den Nusairiern erlitt Husain nicht den Märtyrertod. Er stieg an diesem Tag zum Himmel auf und ließ seinen Doppelgänger Hanzala ibn As'ad asch-Schibami () zurück, der sich für ihn aufopferte.
;âya : () Zeichen, Vers des Qur'ân
B
;bid'a : () Neuerung, Ketzerei
C
;al-chawaridsch : () «die Abtrünnigen», andere Form des Namens für die Charidschiten, einer der der Grundrichtungen des Islam
;chutba : () Freitagspredigt
D
;dar al-harb : () „Haus des Krieges“, alle nicht unter islamischer Herrschaft stehenden Gebiete der Welt
;dar al-islam : () „Haus des Friedens“, alle Gebiete unter islamischer Herrschaft.
;dhikr : () Versenkung ins Gebet, Anrufung Gottes
;dhimmi : () Monotheisten, die mit eingeschränktem Rechtsstatus geduldet werden
;dschihad : () wörtliche Übersetzung: „Anstrengung auf dem Wege Allahs“ nicht immer auf Krieg bezogen; Siehe auch Geschichte des Begriffs Dschihad
;dschahiliya : () islamische Bezeichnung für die präislamische Epoche der „Unwissenheit“
;dschami' : () „Versammlung“ (große) Freitagsmoschee, in der gepredigt wird, zentraler Versammlungsort
;du'a : () persönliches Gebet
F
;fana : () zentraler Begriff des Sufismus, das «Entwerden»
;fard : () Rechtspflicht, teilweise Gegenstück zu haram
;fatwa : () Rechtsgutachten
;fiqh : () islamische Jurisprudenz
H
;hadd : ( pl. hudud () «Grenze», die im Koran erwähnten Kapitalverbrechen und deren Strafen
;hadith : () eine Geschichte aus dem Leben des Propheten Muhammad oder einer seiner Aussprüche
;hadith qudsi : (, hadīth qudsī) «heiliger Ausspruch», außerkoranisches göttliches Wort.
;haddsch : () einmal im Leben eines Muslim vorgeschriebene Pilgerfahrt nach Mekka, eine der fünf Säulen des Islam
;hafiz : () jemand, der den Koran auswendig kennt
;halal : () im Koran festgelegtes "Erlaubtes" für den Gläubigen
;haqiqa : () Wahrheit
;haram : () im Koran festgelegtes "Verbotenes" für den Gläubigen;
;hidschab : () wörtl. Übersetzung: "Vorhang", etwas das verhüllt, versteckt, bedeckt;
;hidschra : () Auszug Muhammads und seiner Jünger aus Mekka nach Medina
;hudna : () Waffenstillstand, auch mit Nichtmuslimen möglich.
I
;'id al-adha : (, ’īd al-adhā) «Opferfest» am 10. Dhu l-Hiddscha während der Wallfahrtswoche.
;'id al-fitr : (, ’īd al-fitr) «Fest des Fastenbrechens» am 1. Schawwal nach dem Ende des Ramadans.
;'id al-ghadir : (, ’īd al-ghadīr) «Teichfest» imamitisches und nusairisches Fest am 18. Dhu l-Hiddscha zur Erinnerung an die Szene zwischen Mohammed und 'Ali am Teich von Chumm bei Mekka nach der Abschiedswallfahrt des Propheten. Nach imamitischer Lehre wurde 'Ali hier mit dem Imamat betraut, die Nusairier lehren, dass an diesem Tage die wahre Natur 'Alis geoffenbart wurde. WIRD NICHT VON SUNNITEN GEFEIERT!
;'id al-mubahala : (, ’īd al-mubāhala) «Fest des Selbstverfluchungsordals», imamitisches Fest am 21. Dhu l-Hiddscha zum Gedenken an den Auseinandersetzung Mohammeds mit christlichen Abgesandten der Oase Nadschran über die Göttlichkeit Jesu. Er soll Fatima, 'Ali, Hasan und Husain unter seinen Mantel genommen haben, um sich zusammen mit ihnen einem Gottesurteil zu unterziehen.WIRD NICHT VON SUNNITEN GEFEIERT!
;idschma : () Konsens der Rechtsgelehrten
;idschtihad : () Entscheidungsfindung aufgrund eigenständiger Interpretation der Rechtsquellen (siehe Fiqh)
;ihram : () Weihezustand des Mekkapilgers, sowie das Pilgergewand
;'ilm : () islamische (Rechts-)Wissenschaft
;imam : () Vorbeter
;imama : () das Imamat
;iman : () Überzeugung, die der Muslim im HErzen trägt
;iqama : () Gebetsaufruf
;islam : ()von der arab. Wortwurzel "slm"; abgeleitet vom Wort "salam" was "Frieden" bedeutet Hingabe (an Gott), Ergebung in Gottes Willen. Islam bedeutet vom Wortinhalt her "Unterwerfung" oder "Hinwendung". Das Wort "Friede" bezeichnet im Islam die Ausweitung des "dar al-islam" (Haus des Islam) auf die gesamte Welt. Erst wenn überall auf der Welt die Scharia, das islamische Recht, eingeführt sein wird, kann es laut Koran wirklichen Frieden geben
;isnad : () Überliefererkette eines Hadith
;israf : () Verschwendung, mehr tun als vom Islam gefordert
K
;kalam : () scholastische Theologie
;Kalif : () islamischer Herrscher (Nachfolger Muhammads), siehe auch Kalifat
;Koran : () «Lesung», Koran
;kufr : () von Wortwurzel "kafara", was bedecken, verstecken bedeutet; wer die Wahrheit kennt, sie aber bedeckt, begeht kufr;
;kafir : () jemand, der die Wahrheit bedeckt;
;takfir : () jemanden zum kafir erklären;
;kutub arba'a : () die «Vier Bücher», die vier imamitischen kanonischen Hadith-Sammlungen:
- al-Kāfī () «das Genügende» oder «das Umfassende» von Abu Dscha'far Muhammad ibn Ya'qub al-Kulini ar-Razi () gestorben 328/939.
- Man lā yahduruhū l-faqīh () «Wer keinen Experten zur Hand hat» von Abu Dscha'far Muhammad ibn 'Ali (), bekannt als Ibn Babawaih al-Qummi (, gestorben 381/991.
- Tahdhīb al-ahkām () «die Revision der Entscheidungen» von Abu Dscha'far Muhammad ibn al-Hasan at-Tusi () gestorben 459/1067 oder 460/1068.
- al-Istibsār fī-mā chtulifa fīhi min al-achbār () «die Betrachtung der umstrittenen Überlieferungen» auch von at-Tusi.
;kutub sitta : () die «Sechs Bücher», die sechs sunnitischen kanonischen Hadith-Sammlungen:
- al-dschāmi' as-Sahīh () «die korrekte Sammlung» von Abu 'Abdallah Muhammad ibn Isma'il al-Buchari al-Dschu'fi () gestorben 256/870.
- al-dschāmi' as-Sahīh () «die korrekte Sammlung» von Abu l-Husain Muslim ibn al-Haddschadsch al-Quschairi an-Naisaburi (), gestorben 261/875.
- al-dschāmi' as-Sahīh fī s-sunan () «die korrekte Sammlung der Traditionen» von Abu 'Isa Muhammad ibn 'Isa at-Tirmidhi () gestorben 279/892.
- kitāb as-Sunan () «das Buch der Traditionen» von Abu Daud Sulaiman ibn al-Asch'ath as-Sidschistani () gestorben 275/889.
- kitāb as-Sunan () «das Buch der Traditionen» von Abu 'Abd ar-Rahman Ahmad ibn 'Ali an-Nasai () gestorben 303/915.
- kitāb as-Sunan () «das Buch der Traditionen» von Abu 'Abdallah Muhammad ibn Yazid ar Raba'i al-Qazwini (), bekannt als Ibn Madscha (), gestorben 273/887.
L
;lahut : (, lāhūt) «Gotteswelt», «göttliche Natur», «Gott in seiner wahren Realität».
M
;madhhab : () Rechts- oder andere wissenschaftliche Schule
;madrasa : () Koranschule oder theologische Hochschule
;mahdi : () der erwartete Welt- und Glaubenserneuerer
;makruh : () nicht empfehlenswert, beispielsweise rauchen für gläubige Moslems
;malak : () Engel
;ma'rifa : () Erkenntnis, Gnosis
;masdschid : () Platz des «Niederwerfens», meist eher kleine Moschee (Moschee kommt von masdschid), für das fünfmal tägliche Gebet, oft im Gegensatz zur dschami'a.
;mihrab : () Gebetsnische, zeigt die Richtung nach Mekka an
;minbar : () «Kanzel», erhöhter Platz zum Vortrag der freitäglichen chutba
;mu'allim : () allgemein Lehrer
;mudschahid : () Kämpfer für den Glauben
;mufti : () (staatlich anerkannter) Rechtsgelehrter, jemand der Fatwas erstellen kann.
;muhadschir : () «Auswanderer» (zum Beispiel von Indien nach Pakistan)
;munadschat : «vertraute Zwiesprache»
;murtadd : () Apostat, vom Islam Abgefallener, wird mit dem Tode bestraft.
N
;nabiy : () Prophet
;nafas : () eigentlich «Atem». Bei den Alewiten Bezeichnung für eine «Gebetshymne».
;nafs : () Eine Art Ego oder Seele, beinhaltet auch Neid etc. (ausgedrückt in "Triebe", z.B. Sexualtrieb, Zornmut, Gier etc.)
;nahw : () arabische Grammatik
Q
;qibla : () Gebetsrichtung
;qiyas : () «Analogieschluss» in der islamischen Rechtswissenschaft Fiqh
R
;ramaḍān : () Fastenmonat
;rasul : () Gesandter Gottes (nur Adam, Noah, Abraham/Ibrahim, Moses/Musa, Jesus/Isa, Muhammad)
;ridda : () Abfallen vom Islam, siehe auch murtadd
;ruh : () Seele
S
;salam : () Friede – informeller Gruß, das formelle Pendent dazu lautet as-salamu 'alaykum der Friede sei mit Dir (Gruß unter Muslimen)
;salat : () fünfmal tägliches Gebet, eine der fünf Säulen
;saum : () Fasten, eine der fünf Säulen
;schahada : () das Glaubensbekenntnis, eine der fünf Säulen
;schari'a : () islamisches Gesetz; für alle Bereiche des Lebens zuständig
;Schiat Ali : () «Partei Alis», eine der zwei großen Glaubensrichtungen im Islam
;schirk : () «Polytheismus», «Vielgötterei», «Idolatrie», manchmal auch jede andere Form des Abweichens
;schura : () Beratung, (nichtgewählte) Ratsversammlung, oft mit «Parlament» übersetzt
;sunna : () «Brauch», auch Name der größten Glaubensrichtungen im Islam
T
;tadschwid : () Koranrezitation
;tafsir : () Korankommentar
;taqiya : (, Vorsicht, Verstellung) Täuschung ist im Islam eine Pflichthandlung gegenüber den Ungläubigen wenn es der Sache Allahs nützlich ist. Wie der Djihad ist dieses Gebot im Islam ein fester Bestandteil des Glaubens, wird als "taqiya" bezeichnet und dort praktiziert wo die Muslime noch nicht stark genug sind, die Macht zu übernehmen (z.B. in Europa).
;taqlid : () Nachahmung, der Gegensatz zu idschtihad
;tariqa : () «Weg», sufischer Pfad oder sufische Gemeinschaft einer bestimmten Richtung
;tasawwuf : () Sufismus, die islamische Mystik
;tauhid : () «Monotheismus», das Einheitsbekenntnis, einer der essentiellen Glaubensgrundsätze
;tawaf : die siebenmalige Umrundung der Kaaba in Mekka während der Haddsch (Pilgerreise)
U
;'ulama : ( sing. `alim «Wissender») islamische Gelehrte, «Wissenschaftler»
;umma : () die alle Muslime umfassende muslimische Gemeinde
;'urf : () Brauch, Gewohnheitsrecht
W
;wahdat al-wudschūd : () sufischer Seinsmonismus
;waqf : () wohltätige Stiftung
;wasiy : (, wasīy) (Plural: ausiyā’, () «Bevollmächtigter», eigentlich „Testamentsvollstrecker, Sachwalter, Verweser“. Der Terminus wasīy ist ein zentraler Begriff der schi'itischen Imamatslehre; ursprünglich bezeichnete er den nach dem Tode eines Propheten diesen vertretenden Bevollmächtigten; in den schi'itischen Sekten steht es für den Bevollmächtigten des zeitweise verschwundenen oder entrückten Imams.
;wudu' : (, wudū’) rituelle Waschung der Hände, des Gesichts, der Unterarme und der Füße; üblicherweise vor jedem salat (Gebet), auch vor berühren des Qur'ans vollzogen.
Z
;zakat : () Eine der 5 Säulen des Islam ist die Almosenabgabe (Zakat) zu der jeder der 1,5 Milliarden Moslems - sofern er wirtschaftlich in der Lage dazu ist - verpflichtet ist. Diese Abgabe wird u.a. dazu verwendet, die Ausbreitung des Islam zu fördern. Heute zahlen alle 42 moslemischen Staaten in einen Fond ein, der die Ausbreitung des Islam in Europa vor allem durch den Bau von Moscheen und Islamzentren mitfinanziert.
Islamische Begriffe auf Arabisch Kategorie:Islam
ja:イスラーム用語一覧
Mischna
Die Mischna (hebräisch: משנה Wiederholung) ist die wichtigste Sammlung religionsgesetzlicher Überlieferungen des rabbinischen Judentums. Sie bildet die Basis des Talmuds.
Entstehungsgeschichte
Nach jüdischer Auffassung hat Gott die Tora (תורה) dem Mose am Berg Sinai in zweifacher Form geoffenbart: Zum einen als schriftliche Tora (Tora she-bi-khtav), also in Form der fünf Bücher Moses, die den Anfang sowohl der jüdischen als auch der christlichen Bibel bilden; zum anderen als mündliche Tora (Tora she-be'al-peh), die sich mit der Auslegung der schriftlichen Tora befasst. Die mündliche Tora wurde in der Folgezeit von einer jüdischen Gelehrten-Generation zur nächsten mündlich tradiert und hat keinen direkten Eingang in die christliche Tradition gefunden.
Zur Zeit der Besetzung Judäas durch römische Truppen, insbesondere nach der Zerstörung des Jerusalemer Tempels im Jahre 70 u.Z., erkannten die Rabbiner die Gefahr einer Zerstreuung der Juden in die Diaspora. Dementsprechend sah man die Notwendigkeit, auch diese Überlieferung schriftlich zu kodifizieren. Beteiligt waren mehrere Generationen von Rabbinern, so etwa
- 1. Generation: u.a. Rabbi Jochanan ben Zakkai (ca. 40-80 u.Z.).
- 2. Generation: u.a. Rabbi Gamaliel von Jawne, Rabbi Eliezer und Rabbi Joshua
- 3. Generation: u.a. Rabbi Akiba (ca. 50-135)
- 4. Generation: u.a. Rabbi Meir, Rabbi Jehuda
- 5. Generation: u.a. Rabbi Jehuda ha Nasi (135-220)
- 6. Generation (Zwischenschicht zwischen Mischna und Gemara): u.a. Rabbi Shimon ben Jehuda ha Nasi und Jehoschua ben Levi,
Herausragende Bedeutung kommt dabei dem angesehenen Tora-Gelehrten Jehuda ha Nasi zu, der aufgrund seiner einzigartigen Autorität meist nur „Rabbi“ genannt wurde.
Da während des Redaktionsprozesses bisweilen neue Erkenntnisse über die Tora-Überlieferung auftauchten, eine Revision bereits in Umlauf befindlicher Mischna-Ausgaben aber nicht opportun erschien, kursierten zeitweise zwei Versionen des Werks, eine "Mischna Rishona" (Ältere Fassung) und eine "Mischna Acharona" (Jüngere Fassung). Eine verbindliche Ausgabe lag schließlich gegen das Jahr 220 u.Z. vor.
Aufbau
Die Mischna ist in 6 „Ordnungen“ (seder, סדר) eingeteilt, diese wiederum in 7-12 Traktate (masechet, מסכת). Die insgesamt 63 Traktate wiederum bestehen aus Abschnitten und letztlich aus einzelnen Mischnas.
Die Titel der Ordnungen lauten:
- Zeraim (זרעים, “Aussaat“): 11 Traktate, Landwirtschaftliche Abgaben an Priester, soziale Bedürftige, Fremdlinge
- Moed (מועד, „Festzeiten“): 12 Traktate, Fest- und Fasttage
- Nashim (נשים, „Frauen“): 7 Traktate, Familienrecht
- Nezikin (נזיקין, „Schäden“): 10 Traktate, Straf- und Schadensersatzrecht
- Kodshim (קדשים, „Heiligtümer“):11 Traktate, Opferriten, Speisevorschriften u.a.
- Tohorot (טהרות, „Reinigungen“): 12 Traktate, Reinheit/Unreinheit von Personen, Sachen und Orten
Charakter
Der Talmud wird auch in gesetzliche Bestimmungen (Halacha, הלכה) und erzählerische oder erbauliche Betrachtungen (Haggada, הגדה) eingeteilt. Die Mischna-Schicht gehört ausschließlich dem Halacha-Teil an, gibt also die Auffassungen der rabbinischen Gelehrten über die rechte Anwendung und Auslegung des Religionsgesetzes der Tora wieder.
Gleichwohl ist die Mischna kein Gesetzeskodex im eigentlichen Sinne. Vielmehr ist es eine Synthese der damals vorherrschenden Meinungen unter den Gelehrten in der Akademie und im Gerichtshof in ihrer gesamten Breite und auch Widersprüchlichkeit. So ist eine der sechs Ordnungen vollständig dem Tempeldienst gewidmet, obwohl der Tempel in Jerusalem zum Zeitpunkt des Entstehens der Mischna bereits über ein Jahrhundert in Trümmern lag.
Bemerkenswert an der Mischna ist ferner die mangelnde Begründung der darin zusammengeführten Gesetze aus den heiligen Schriften der Juden. Nach der jüdischen Tradition wurde das mündliche Gesetz gleichzeitig mit dem geschriebenen Gesetz überliefert, es wird also nicht direkt davon abgeleitet. Die Herstellung einer Verbindung zwischen den Gesetzen der Mischna und der Tora war in den folgenden Jahrhunderten ein wesentliches Betätigungsfeld von Talmud und Midrasch.
Die rabbinischen Weisen in diesem Text nennt man Tannaim - eine Pluralform des aramäischen Worts Tanna - das seinerseits eine Variante des hebräischen Worts Schana (שנה) ist. Shana - der Haupbestandteil des Wortes Mischna, bedeutet buchstäblich "wiederholen (was einem beigebracht wurde)" und wird im Sinne von "lernen" benutzt.
Vortrag und Aussprache
Die Mischna wird traditionell durch lauten Vortrag studiert. Zahlreiche mittelalterliche Mischna-Ausgaben wurden zu diesem Zwecke vokalisiert und teilweise mit Tiberischer Kantillation versehen. Vielfach haben sich in den jüdischen Gemeinden auf der ganzen Welt lokale Melodien und unterschiedliche Aussprachenormen für den Mischnavortrag erhalten.
Die meisten vokalisierten Ausgaben der Mischna orientieren sich heute an der Aschkenasischen Standard-Vokalisierung und enthalten häufig Fehler. Die sog. Albeck-Ausgabe wurde von Hennoch Jellin vokalisiert, der eine sorgfältige Synthese zwischen den mittelalterlichen Manuskripte und lokalen Aussprachetraditionen der Moderne vornahm. Die Albeck-Ausgabe enthält auch einen ganzen Band über Jellins Methodologie.
Die Hebräische Universität in Jerusalem unterhält umfangreiche Archive mit Aufnahmen jüdischer Mischna-Gesänge auf der Grundlage verschiedener Melodien und Ausspracheweisen.
Textüberlieferung
Eine vollständige textkritische Ausgabe der Mischna liegt bis heute nicht vor. Alle Aussagen zu Textgestalt und -entwicklung haben daher vorläufigen Charakter. Unter dieser Voraussetzung läßt sich beobachten, daß sich die textliche Gestalt in zwei Hauptrezensionen teilt: Eine eretz-jisra'elische und eine babylonische Version. Der (Erst)Druck Neapel 1492 ist aus verschiedenen Handschriften zusammengestellt. Alle späteren Drucke beziehen sich auf ihn, sind aber durch die christliche Zensur immer weiter verstümmelt worden. Somit kommt den erhaltenen Handschriften besondere Bedeutung zu:
- Als wichtigste Handschrift gilt der sog. Codex Kaufmann. Er stammt vermutlich aus Eretz-Jisra'el oder Italien und wurde im 10./11. Jahrhundert geschrieben. Von zweiter Hand ist z.T. eine Punktation nachgetragen.
- Codex Parma bildete einst mit Handschrift Vatikan 31, einem Sifra-Codex, eine Einheit. Das Abfassungsjahr läßt sich aufgrund eines Kolophons auf 1073 bestimmen. Als Herkunftsland kann Eretz-Jisra'el oder Süditalien angenommen werden.
- Codex Cambridge stammt vermutlich aus dem 14./15. Jahrhundert aus dem sephardischen Bereich.
Die drei genannten Handschriften gehören der eretz-jisra'elischen Rezension an.
- Handschrift München ist die einzige vollständige Talmudhandschrift. Sie enthält einen Mischnatext, der der babylonischen Version nahesteht.
- Weiterhin gibt es einige Mischnafragmente aus der Kairoer Geniza.
Wirkungsgeschichte
Talmud
Die Mischna bildete die Basis für eine weitere Diskussion unter rabbinischen Gelehrten, die allerdings in Palästina und im Zweistromland eine unterschiedliche Entwicklung nahm. Dementsprechend stehen am Ende auch zwei unterschiedliche Gemaras (aramäisch: גמרא Lehre, Wissenschaft) - Kommentarsammlungen, die jeweils gemeinsam mit der Mischna selbst – ggf. ergänzt durch weitere Kommentare wie etwa von Raschi - heute den Palästinischen bzw. den Babylonischen Talmud bilden.
Spätere Kommentare
Über die in den Talmud eingegangenen Mischna-Kommentare wurde die Mischna auch sonst umfangreich kommentiert:
- Maimonides. Einer der ersten Mischnakommentare stammt aus dem Jahre 1168 und wurde von Maimonides verfasst. Da dieser sich vornehmlich an ein jüdisches Publikum im Herrschaftsbereich des Islams richtete, schrieb er seine Ausführungen in arabischer Sprache, benutzte jedoch hierzu das hebräische Alphabet. Bekannt geworden ist er nicht zuletzt durch seine vielzitierten „Einführungskapitel“, von denen das zum Traktat „Sanhedrin“ das berühmteste ist: Es enthält die dreizehn zentralen Glaubenssätze des Judentums [http://www.daat.ac.il/daat/mahshevt/rambam/hakdamat-2.htm].
- Rabbi Samson de Sens (1150-1230)
- Rabbi Obadiah ben Abraham aus Bertinoro. (ca. 1450-1510). Sein Kommentar knüpft an Maimon | | |